In den 1530er Jahren gingen auch die ersten Landesherren zur Reformation ihrer Territorien über, so etwa Lippe (1538). Lippe blieb in der Folge protestantisch und wandte sich unter Führung seines bedeutenden Grafen Simon VI. um 1600 dem Calvinismus zu. Zu den Gegenspielern des lutherischen Bekenntnisses zählten andererseits vor allem die Paderborner Bischöfe, zumal, als sich seit den 1580er Jahren in ganz Westfalen die katholische Gegenbewegung zum Luthertum immer stärker zur Geltung brachte. Sie, die altkirchliche Erneuerung, volkstümlich als „Gegenreformation“ bezeichnet, fand ihre Vorkämpfer in dem erst wenige Jahrzehnte zuvor gegründeten Jesuitenorden, der sich 1580 in Paderborn niederließ. Hier war es Bischof Dietrich von Fürstenberg (gest. 1618), der mit Hilfe des Ordens seit 1585 den katholischen Gegenstoß einleitete. 1604 unterdrückte er den Protestantismus in seiner Hauptstadt Paderborn, 1622 war das lutherische Bekenntnis im ganzen Hochstift ausgelöscht. Weiter blieben Corvey und Rietberg im östlichen Westfalen der alten Kirche erhalten oder wurden ihr mit Einschränkungen zurückgewonnen; die übrigen Territorien behaupteten das protestantische Bekenntnis in seiner lutherischen oder reformierten Form.
Mit den folgenden Stationen möchten wir anhand einiger Anschauungsobjekte etwas vom Denken und Wollen der Reformatoren und ihrer Gegner lebendig werden lassen. Eine besondere Rolle spielen dabei etwa die Bedeutung von Taufe und Predigt und die Vermittlung von Glaubensinhalten in der Form des lehrhaften Bildes und der Kirchenausmalung.







