© LWL / Hübbe Gernheimer
02.09.2019

Tag des offenen Denkmals am Sonntag den 8.9.2019

Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur im LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim

Thementag "Überfangscheiben - Traditionelle Dekore modern gestaltet"

Gernheimer Überfangscheiben. Foto: LWL / H.Schulze-Höing
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Der Glasturm von 1826 ist heute der Ort der Schauproduktion. Foto: LWL / Holtappels
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Petershagen (lwl). Am Sonntag (8.9.) findet bundesweit der Tag des offenen Denkmals statt. Unter dem diesjährigen Motto "Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur" bietet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Industriemuseum Glashütte Gernheim einen Thementag "Überfangscheiben - Traditionelle Dekore modern gestaltet" und verschiedene Führungen an. Der Eintritt ist frei.

Ganztägig können die Besucher dem Glas-Gravurmeister Heikko Schulze-Höing in der Schleiferei über die Schulter schauen. Er zeigt alle Arbeitsschritte, die ein Dekor auf den farbigen Überfangscheiben erfordert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ließen sich wohlhabende Bauern oder Bürger diese Scheiben gerne in die Dielentüren ihrer Häuser oder in ihre Fenster einbauen. Die Glashütte Gernheim war damals bekannt für ihre kunstvoll geschliffenen Ornamentscheiben in Überfangtechnik. Die Überfangscheiben bestehen aus einer dickeren Schicht Klarglas und einer dünneren Farbglasschicht. Das Dekor stellt Schulze-Höing mit historischen Werkzeugen her. Verschiedene Schlifftiefen und Oberflächen verleihen dem Ornament ein reliefartiges Aussehen. Die Scheiben erhalten durch den starken Kontrast zwischen nicht geschliffenem Farbglas und dem geschliffenen und zum Teil polierten Klarglas einen besonderen Reiz. In Gernheim werden auch heute noch mundgeblasene Tafeln für diese kleinen Kunstwerke verwendet.

Museumsgäste können darüber hinaus zwischen zwei Führungen wählen: Um 14 Uhr widmet sich ein Rundgang der Glasproduktion sowie dem Leben der Arbeiter und ihrer Familienangehörigen in der frühindustriellen Phase des 19. Jahrhunderts. Die zweite Führung um 15 Uhr widmet sich der Sonderausstellung "20 x Glas aus Gernheim und mehr". LWL-Museumsleiterin Dr. Katrin Holthaus erläutert Kunstwerke der eigenen Sammlungen, die beispielhaft für die Entwicklung der mit Glas abreitenden Künste sind und eine besondere Verbindung zum Standort aufweisen. Der Bogen reicht von der Studioglasbewegung Erwin Eischs über die Gravur der Werke Karin Huberts bis hin zu den gegenwärtigen Tendenzen der Glaskunst jüngerer Generationen. Auch Zierglas etwa der Verreries Schneider aus den 1920er Jahren ist.

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