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Bahnhof Ottbergen

  • Höxter

Einst bedeutend für Güter zwischen Ost und West und heute noch regionaler Knotenbahnhof im Personenverkehr.

1864 wurde die Eisenbahnstrecke von Altenbeken nach Höxter in Betrieb genommen. Sie führte zwar durch Ottbergen, weil in dem landwirtschaftlich geprägten Ort jedoch nur wenige Einwohner lebten, war ein Haltepunkt hier nicht vorgesehen. Erst 1878 - mit Inbetriebnahme der Sollingbahn von Ottbergen nach Northeim – erhielt der Ort seinen Bahnhof mitsamt einer kleinen Lokstation.

Durch den wachsenden Güterverkehr zwischen dem mitteldeutschen Industriezentrum im Osten und dem Ruhrgebiet im Westen fanden immer mehr Einwohner in der Region Beschäftigung bei der Bahn. Mit der Stationierung von bis zu 40 Dampflokomotiven der legendären Baureihe 44 – konzipert für den Güterverkehr auf Mittelgebirgsstrecken - von 1937 bis 1976 gelangte der Bahnhof Ottbergen schließlich bundesweit zu großer Bedeutung. So nahm auch die Zahl der Einwohner stetig zu und erreichte mit 2500 Einwohnern bis zum 2. Weltkrieg seinen Höhepunkt. Kirche und Schule mussten daraufhin erweitert werden.

Mit der Teilung Deutschlands verlagerten sich die Güterverkehrsströme von Ost-West in Nord-Süd-Richtung. Ottberger Lokomotivführer und Heizer waren von dieser Zeit an mit ihren schweren Maschinen zwischen Braunschweig/Herzberg (Harz) und Hamm (Westf) sowie Hannover und Kassel unterwegs. Sie lehnten keine Leistung ab um ihre Dienststelle weiter zu erhalten. Noch heute zeugt der 15ständige Ringlokschuppen, der mittlerweile allerdings zweckentfremdend genutzt wird, von dieser Zeit.

Mit dem abnehmenden Güterverkehr mussten später aber doch zahlreiche Gebäude und Gleisanlagen zurückgebaut werden. Für den Personenverkehr hat Ottbergen jedoch heute noch regionale Bedeutung. Seit 2003 fährt die NordWestBahn mit modernen Triebwagen des Typs Talent im Stundentakt von Paderborn nach Holzminden und seit 2014 auch von Ottbergen nach Göttingen.

Im Jahr 2015 wurde der Bahnhof im Rahmen einer Modernisierungsoffensive der Deutschen Bahn barrierefrei ausgebaut. Durch ein sogenanntes Flügelungskonzept ist in der Relation Paderborn – Göttingen und Gegenrichtung seitdem auch kein Umsteigen mehr erforderlich. Die Triebzüge werden in Ottbergen einfach getrennt bzw. zusammengekuppelt.

Seit 2009 kümmert sich die Bahnhofsinitiative der Kulturgemeinschaft Ottbergen e.V. ehrenamtlich um die Bahnstation als Visitenkarte des Ortes. Das Bahnhofsgebäude wurde angemietet, restauriert und zum Dorfentwicklungsmuseum mit Begegnungszentrum ausgebaut.

Kontakt unter Tel. 05275/611 oder 05275/1381 bzw. kontakt@kulturgemeinschaft-ottbergen.de oder die Homepage www.kulturgemeinschaft-ottbergen.de Stichwort: Bahnhofsinitiative 

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