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Großer und kleiner Hünenring

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Großer Hünenring Der Große und der Kleine Hünenring sind zwei Wallburgen auf bzw. an der Grotenburg am Fuße des Herma...

Großer Hünenring

Der Große und der Kleine Hünenring sind zwei Wallburgen auf bzw. an der Grotenburg am Fuße des Hermannsdenkmals

Die nur noch kaum im Gelände sichtbaren Wallreste des Großen Hünenrings grenzen die Hochfläche der nach der Anlage benannten Grotenburg zu den sanft abfallenden Hängen im Osten ab und liegen auf einer Höhe von etwa 360 m ü NN. Im Westen des Bergmassivs verlieren sich die Spuren der Anlage, wobei bislang nicht abschließend geklärt werden konnte, ob dort der Wall nicht mehr erhalten ist oder man aufgrund des dort zum Heidental steil abfallenden Geländes eventuell ganz auf eine artifizielle Befestigung verzichtet hat. Die Anlage misst etwa 400 x 300 m und nimmt eine Fläche von gut 11 ha ein. Mehrere Grabungskampagnen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts trugen zwar zum Verständnis des Wallverlaufs und -aufbaus bei, jedoch traten kaum datierende Funde dabei zu Tage. Bislang geht man – hauptsächlich anhand einer Radiocarbondatierung – von einer eisenzeitlichen Erstellung (3. Jahrhundert v. Chr.) der Anlage aus. Bei Grabungen im Innenbereich wurden einige Pfostenlöcher dokumentiert, die auf eine ehemalige Innenbebauung hinweisen. Leider sind jedoch weite Bereiche des Bodendenkmals durch moderne, in Verbindung mit dem Hermannsdenkmal stehende Baumaßnahmen teilweise erheblich gestört bzw. versiegelt. Über die einstige Funktion und Bedeutung der Anlage können derzeit nur Vermutungen angestellt werden. So könnten Anlagen dieser Art durch ein erhöhtes Schutzbedürfnis hervorgerufen, als Zeichen der Macht, als Ort der politischen Entscheidung, zur Grenzsicherung oder zur Sicherung und Überwachung von Verkehrswegen, als Fliehburg oder als Versammlungsplatz vielleicht gar mit kultischer Funktion erbaut worden sein.

Kleiner Hünenring

Wall und Graben des Kleinen Hünenrings sind im Gegensatz zu denen des Großen Hünenrings noch sehr gut im Gelände sichtbar. Der ovale Ringwall liegt auf einer aus dem Osthang der Grotenburg hervortretenden kleinen Geländestufe auf etwa 290 m ü. NN. Im Norden und Süden weist die Anlage jeweils eine Torlücke im Wall auf. Die Anlage misst etwa 110 x 90 m und nimmt so eine Fläche von etwa 0,8 ha ein. Grabungen zu Anfang und Mitte des letzten Jahrhunderts zeigten, dass die Befestigung einst aus einer zweischaligen Steinmauer um einen Erdkern bestand, der ein etwa 3,5 m breiter und 1,8 m tiefer Graben vorgelagert war. Untersuchungen im Innenbereich erbrachten keine weiteren Ergebnisse, u.a. weil durch eine um 1900 angelegte Terrassierung des Geländes für eine Freilichtbühne dieser Bereich gestört wurde. Die Anlage wird anhand von Keramikfunden, Lage und Aufbau in das 10. Jahrhundert n. Chr. datiert. Da frühe schriftliche Quellen fehlen, können auch hier bislang nur Vermutungen über die Funktion der Anlage angestellt werden. Gut möglich erscheinen hier jedoch strategische und politische Funktionen als Sitz eines politischen Potentaten und/oder als Verwaltungszentrum, möglicherweise auch im Zusammenhang mit dem gleichzeitigen Königshof und der Pfarrkirche im Heiligenkirchener Tal.

Bei den beiden Eingänge zu der ca. 0,8ha großen Anlage ist der Wall durch Erdbrücken unterbrochen. Gefundene Scherben an der Anlage lassen sich auf das 10. Jahrhundert n.Chr. datieren. Auf einer Infotafel vor dem kleinen Hünenring erfahren Sie noch weiteres Wissenswertes zu der Anlage.

Sowohl der große als auch der kleine Hünenring bequem zu Fuß erreicht werden, wenn Sie Ihr Fahrzeug auf dem Parkplatz am Hermannsdenkmal abstellen. Begeben Sie sich zum Bismarckstein, der vor dem Hermannsdenkmal liegt. Hier finden Sie den Einstieg zu einer kleinen Wanderung, auf der Sie beide Anlagen in Augenschein nehmen können.

Auf der Karte

Grotenburg

32760 Detmold

Deutschland


Tel.: 05231 977328

Fax: 05231 977447

E-Mail:

Webseite: www.detmold.de

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