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Gut Herberhausen

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Gut Herberhausen Das ehemalige Rittergut Herberhausen, das erstmals 1411 urkundlich erwähnt ist, kam schon Ende des 18...

Gut Herberhausen

Das ehemalige Rittergut Herberhausen, das erstmals 1411 urkundlich erwähnt ist, kam schon Ende des 18. Jh. durch Zwangsverkauf in bürgerlichen Besitz. Das Herrenhaus, wie es uns heute überliefert ist, ließ Heinrich Christian Eberhard Niemeyer bauen, von dessen Vorgängerbau leider nichts überliefert ist. Zum denkmalwerten Gebäudebestand gehören neben dem Herrenhaus der Speicher, das Torhaus, ein Kuhstall, ein Gartenpavillon, ein im Wald gelegener Friedhof und zwei Arbeiterhäuser, die am nordwestlichen Ende des Waldes gelegen sind.

Herrenhaus

Das villenartige Wohnhaus auf hohem Bruchsteinsockel mit Ziegelfassade und Werkstein imitierender Putzgliederung wurde 1897 errichtet. Durch Vorbauten, Risalite und einen Achteckturm mit spitzer Haube ist der Rechteckkörper vielgliedrig gestaltet. Den Eingang unter einer Arkade mit einer mächtigen Säule auf der linken Seite erreicht man über eine geschwungene zweiläufige Freitreppe. Im Inneren gliedert ein Querflur den Grundriss, der mit einer verzierten hölzernen Podesttreppe endet. Die bauzeitliche historistische Ausstattung mit aufwändig gestalteten Türen, die mit Verdachungen versehen sind, und die Holzvertäfelungen und die Fenster der Hauptfassade sind behutsam restauriert worden. Die Ölfarbmalerei einer Decke im Erdgeschoss konnte freigelegt, gereinigt und partiell ergänzt werden und gibt nun einen Eindruck der Wohnvorstellungen der gehobenen Bürgerschicht um 1900. Andere Stuckdecken wurden repariert, indem fehlende Teile der Stuckvouten nachgegossen wurden. Die für die Entstehungszeit typischen Schablonenmalereien sind für die Wandgestaltung wieder aufgegriffen worden.

Nach zweijähriger Umbau- und Sanierungsphase wird das ehemalige Herrenhaus seit August 2003 als Gemeindezentrum „Haus der Kirche“ genutzt. Ein Raum im Hochparterre steht seitdem auch als Andachtsraum zur Verfügung.

Speicher 

Das Speichergebäude besteht aus einem massiven in Sandstein errichteten Erdgeschoss und einem fachwerkenem Obergeschoss mit zweigeschossigem Speicherboden. Der obere Dachteil des Krüppelwalmdaches ist mittels Aufschieblingen leicht angehoben und mit Lüftungsschlitzen versehen. Das Erdgeschoss weist sorgfältig gearbeitete Werksteinecken und Fenstergewände auf. Der Bau war ursprünglich verputzt und hatte kleinere Fenster mit Ziegelstürzen. Im westlichen Gebäudeteil ist ein älterer Kernbau enthalten. In diesem ehemals deelenhohen Erdgeschossraum fangen zwei kräftige Säulen, die vierseitig mit geschwungenen Kopfbändern verstrebt sind, zwei Unterzüge in Raummitte ab.

Der Speicher auf Gut Herberhausen wurde laut dendrochronologischer Datierung (Jahresringuntersuchung der Bauhölzer) in den Jahren 1825-27 errichtet. Es handelt sich um ein dreigeschossiges Gebäude mit Krüppelwalmdach. Der hohe Unterbau hat massive Außenmauern aus Bruchsteinmauerwerk mit Eckverquaderungen und Tür- und Fenstereinfassungen aus behauenem Werkstein. Darüber ist ein Speicherstockwerk aus Fachwerk errichtet; weitere Speicherböden befanden sich im Dachgeschoss. Zur besseren Belüftung dienen Lüftungsgauben auf dem Dach, die durch Eichenklappen geschlossen werden können.

Es ist vorgesehen, den Speicher als Übungsobjekt für die Fachschule für Baudenkmalpflege zu nutzen. Die Wiederherstellung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten steht dabei im Vordergrund. Die Auszubildenden können am realen Objekt verschiedene Handwerkstechniken und Restaurierungsmethoden erlernen. Gleichzeitig soll der Speicher handwerklich denkmalpflegerische Tätigkeiten für den interessierten Bürger, Baufachleute und Denkmaleigentümer erlebbar machen. Ebenso sollen hier Seminare und Fachvorträge stattfinden können.

Friedhof

Der Friedhof dokumentiert eindrucksvoll die Besitzerfolge und damit die Geschichte des Gutes Herberhausen. Die einzelnen Monumente, besonders die des 19. Jahrhunderts, sind mit künstlerischem Anspruch gestaltet.

Auf der Karte

Gut Herberhausen 3

32758 Detmold

Deutschland


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