© Blomberg Marketing e. V.

Niederntor (Niederes Tor)

  • Blomberg

Niederes Tor Das Niedere Tor (Niederntor) ist der südliche Zugang zur Stadt Blomberg, die um 1250 von dem Edelherrn Ber...

Niederes Tor

Das Niedere Tor (Niederntor) ist der südliche Zugang zur Stadt Blomberg, die um 1250 von dem Edelherrn Bernhard III. zur Lippe gegründet wurde. Durch das Tor führte ein alter Handelsweg, die "Kölnische Landstraße", in die Stadt. Als ein wichtiger Zweig des westfälischen Hellwegs kam diese Straße von Paderborn über den Teutoburger Wald bei Horn und führte weiter nach Hameln und Braunschweig. Blomberg besaß ursprünglich noch ein weiteres Tor, das Heutor (ehemals "Hohes Tor"). Erst später kam das Neue Tor hinzu. Heute ist das Niedere Tor das einzige erhaltene Stadttor in Lippe.

Der gotische Torturm mit der Spitzbogendurchfahrt wurde vermutlich im 15. Jahrhundert erbaut. Das Mauerwerk aus rotem Sandstein war ursprünglich verputzt. Seine heutige Gestalt erhielt das Tor im frühen 16. Jahrhundert (um 1530).

An der Außenseite (Feldseite) liegt die Tordurchfahrt in einer Blendnische mit seitlichen Führungsnuten eines früheren Fallgitters. Dieses hing vermutlich an zwei Balken, die aus den schlitzförmigen Öffnungen über der Blendnische herausragten. Auf den vier Kragsteinen darüber befand sich ein hölzerner Balkon als Ausguck für einen Torwächter. Der Dreistaffelgiebel stammt aus der Zeit um 1530. Mit seitlichen Vierpassöffnungen, einem abschließendem Wappen (Lippische Rose) und Steinkugeln auf den Giebelschrägen kombiniert er Stilelemente von Gotik und früher Renaissance.

An dem stadtseitigen Dreiecksgiebel befindet sich das hölzerne Zifferblatt der Turmuhr, die nur einen Stundenzeiger besitzt. Das Uhrwerk stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert und befand sich früher im Turm der Martinikirche. Bekrönt wird der Turm von einem hölzernen Dachreiter von 1724 mit einer Uhrglocke von 1844.

Das Niedere Tor wurde 2012 restauriert und für Besucher zugänglich gemacht.

Uhrwerk im Niederen Tor

Das Uhrwerk ist zunächst demontiert und in den Betrieb der Firma Korfhage transportiert worden. Hier wurde das Uhrwerk zerlegt und gereinigt, die Lager und Wellen überprüft. Dabei stellte sich heraus, dass einige Lagerzapfen sehr stark eingelaufen waren (vermutlich zurückzuführen auf eine unsachgemäße Instandsetzung -Säuberung durch Sandstrahlen- vor über 20 Jahren). Nach der Überarbeitung der Lagerzapfen mussten für den ordnungsgemäßen Lauf des Uhrwerks die Lager neu ausgebuchst werden. Anschließend wurde das Uhrwerk wieder zusammengesetzt, mit frischem Öl versehen sowie ein Probelauf auf dem Prüfstand am Standort der beauftragten Firma durchgeführt.

Für die Installation eines Endloskettenaufzugsystems zum automatischen Aufziehen der Antriebsgewichte des mit 2 Walzen ausgestatteten mechanischen Uhrwerks und des Schlagwerks wurde die Gewichtsseiltechnik beibehalten. Die Aufzugseinheit wurde unterhalb des Uhrentisches installiert. Das ursprüngliche Erscheinungsbild des Uhrwerks konnte dadurch gewahrt werden.

 Das Aufzugssystem besteht aus folgenden Teilen:

Zwei Getriebemotoren mit Kupplung und Wickelwalzen zum Aufziehen der Antriebsgewichte einschließlich der erforderlichen Ein-, Aus- und Notschalter. Dazu wurde eine elektrische Schaltanlage eingebaut, bestehend aus Schaltschützen, Motorschutzschaltern mit integrierter Sicherung sowie Schaltrelais einschließlich eines verriegelbaren Hauptschalters. Sie ist in einem wandmontiertem Kunststoffgehäuse eingebaut.

Der vorhandene Gewichtsbetrieb wurde stillgelegt und mit reduzierten Gewichten in die Uhrenkammer verlegt. Durch die Reduzierung und die geringere Fallhöhe der Gewichte konnte auf eine Sicherung in Form von Sandkästen verzichtet werden.

Für die Uhrschlageinrichtung wurde das Uhrwerk mit einem Mikroschalter versehen, einschließlich eines Hubwerks zum Betätigen des Uhrschlaghammers sowie einer Schaltuhr zum programmierbaren Abschalten der Uhrschläge.

 

Auf der Karte

Langer Steinweg / Neuer Weg

32825 Blomberg

Deutschland


Diese Karte verwendet Google Maps. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.


Was möchten Sie als nächstes tun?