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Stadtrundgangs - Informationstafel "Villen"

  • Bad Driburg

Repräsentation:
Gegenüber stehen noch vier Villen, die in der deutschen Kaiserzeit (1871–1918) erbaut wurden.
Ihr Stil weist deutliche Bezüge zur Neoromantik und Neogotik auf und wird deshalb auch »Historismus« genannt. Dieser Baustil ist sehr typisch für die Bäderarchitektur des ausklingenden 19. Jahrhunderts.
Er wurde in vielen Städten nachgeahmt und auch Bad Driburg wollte den glanzvollen Bädern der Epoche nacheifern.
Die untere Lange Straße ist für die Stadtentwicklung sehr bedeutend: Sie verbindet den historischen Stadtkern im Westen mit den gräflichen Kuranlagen im Osten sowie mit dem Bahnhof. Aus diesem Grund wurden an diesem Straßenzug seinerzeit besonders viele prächtige Bürgerhäuser erbaut. Sie haben auch dazu beigetragen, dass die damals noch getrennt verwendeten Namen »Driburg« und »Bad« (bei Driburg) zu einem Namen verschmolzen. Auf einem Stadtplan von 1898 werden noch beide Namen verwendet, 1919 wurde daraus dann »Bad Driburg«.

 

Lebensart
Das Leben in den Villen konnte sich nur das Bürgertum leisten, zu dem in der deutschen Kaiserzeit ganz unterschiedliche Bevölkerungsgruppen gehörten. Am geachtetsten war der Großbürger. Als Bankier, Großkaufmann oder Unternehmer war er in der Regel sehr wohlhabend. In diesen Kreisen war es schick, adlige Lebensgewohnheiten nachzuahmen und Dienstmädchen zu beschäftigen. Auch akademische Bildung bot Zugang zum gehobenen Bürgertum, das etwa 6% der Gesamtbevölkerung ausmachte. Zu dem sogenannten Bildungsbürgertum zählten Ärzte, Anwälte und Lehrer, die besonders viel Wert auf Professoren- und Doktortitel legten. Die Bildungsbürger verdienten genug Geld, um ihre Familie abzusichern und ein angenehmes Leben zu führen. Sowohl für Besitz- als auch für Bildungsbürger bedeutete die Erhebung in den Adelsstand den Aufstieg in die höchsten gesellschaftlichen Kreise. Unangefochten war die Stellung des Militärs. Insbesondere Offiziere genossen höchstes Ansehen. Ihre Haltung, ihre Sprech- und ihre Denkweise wurden in
bürgerlichen Kreisen deshalb oft kopiert. Viele Bürger erwarben außerdem ein sogenanntes Reserveoffizierspatent,
das ihnen den Weg zu gesellschaftlichem und politischem Einfluss ebnete. In der Bad Driburger Gesellschaft war beispielsweise die vielfältig engagierte Familie des Unternehmers Carl Münstermann sen. sehr anerkannt. Er erwarb
zusammen mit F. und W. Seidensticker 1876 an der unteren Langen Straße eine Glashütte, die ab 1914 als Friedrichshütte bekannt war (einst gelegen am heutigen Rathausplatz). Die Villa Münstermann, die im Jahr 1973 abgerissen wurde, gilt als typisches Beispiel großbürgerlicher Architektur.

 

Bildquellen: Soweit die Abbildungen nicht anderweitig gekennzeichnet sind,
entstammen diese den Archiven der Stadt Bad Driburg, Meiners, Herzog oder Gehle.

Auf der Karte

Lange Straße

33014 Bad Driburg

Deutschland


Tel.: 05253/98940

Fax: 05253/989424

E-Mail:

Webseite: www.bad-driburg.com

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