Zwischen Fakt und Fiktion – Verschwörungstheorien im Kloster Dalheim

Heute

  • Lichtenau
  • 12.12.2019 – 22.03.2020
  • 11:00 - 18:00

Fand die Mondlandung nur im Filmstudio statt? Lenken die Freimaurer die Geschicke der Welt? Und sollen uns Kondensstreifen am Himmel vergiften? Verschwörungstheorien sind ein wiederkehrendes Phänomen in der Geschichte der Menschheit. Sie konfrontieren, hinterfragen, zweifeln an und machen neugierig. Doch der Glaube an eine vermeintliche Verschwörung birgt auch Gefahren.

Mit der Sonderausstellung „Verschwörungstheorien – früher und heute“ geht die Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur vom 18. Mai 2019 bis 22. März 2020 der Entstehung, Funktion und Verbreitung von Verschwörungstheorien auf den Grund. Über 200 Exponate auf 1.200 Quadratmetern Ausstellungsfläche führen Besucherinnen und Besucher durch 900 Jahre Geschichte und zeigen, warum Verschwörungstheorien bis heute ihre Faszination und Wirkmacht nicht verloren haben.

Verschwörungstheorien im Wandel der Zeit
Im Mittelalter prägt der Teufelsglaube das Verschwörungsdenken: Hexen, religiöse Minderheiten wie die Juden aber auch mächtige Ordensgemeinschaften wie die Templer gelten als Verbündete des Teufels, die dem Christentum Schaden zufügen wollen. Im 18. Jahrhundert – dem Zeitalter der Aufklärung – werden die Freimaurer und Illuminaten als die wahren Drahtzieher der politischen und sozialen Umwälzungen angesehen. Eigene Rituale und Symbole sowie exklusives Wissen lassen diese Geheimbünde bis heute verdächtig erscheinen. Die Vereinnahmung von Verschwörungsglauben durch politische Ideologien bestimmt die jüngere Geschichte: Während unter Adolf Hitler eine jüdische Weltverschwörung propagiert wird, nutzt Josef Stalin Verschwörungstheorien als Instrument seines Machterhalts. Im Kalten Krieg spiegelt sich die Konfrontation der Supermächte nicht zuletzt in Gerüchten über kommunistische Agenten und schädliche Kartoffelkäfer, die als Waffe der USA per Flugzeug abgeworfen die ostdeutsche Landwirtschaft gefährden sollen.

Verlorenes Vertrauen – Verschwörungstheorien heute
Heute begünstigt der schnelle Informationsfluss der neuen Medien die Verbreitung einer Vielzahl vermeintlicher Verschwörungen: Ein populäres Beispiel sind die Anschläge auf das World Trade Center vom 11. September 2001. Anhänger der Chemtrail-Verschwörung glauben an eine systematische Vergiftung durch Kondensstreifen am Himmel und die Reichsbürgerbewegung stellt die Existenz der Bundesrepublik Deutschland in Frage. Begriffe wie „Lügenpresse“ und „fake news“ spiegeln ein zunehmendes Misstrauen gegenüber Regierungen, Medien und sogenannten Eliten wider, und dort, wo es den etablierten Parteien und verantwortlichen Institutionen an Antworten fehlt, mündet verlorengegangenes Vertrauen nicht selten in Verschwörungstheorien. 
Zwischen Fakt und Fiktion spürt die Sonderausstellung „Verschwörungstheorien – früher und heute“ einem mythenreichen und gesellschaftlich besonders relevanten Thema nach. Besucherinnen und Besucher treffen hier auf verdeckte Machenschaften und geheimes Wissen, Strippenzieher, Staatsverweigerer und exklusive Gemeinschaften.

Schirmherrschaft
Die Sonderausstellung „Verschwörungstheorien – früher und heute“ der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Termine im Überblick

Dezember 2019
Januar 2020
Februar 2020
März 2020

Allgemeine Informationen

Preisinformationen

Erwachsene: 6,00 Euro

Gruppen ab 16 Personen je Person: 4,80 Euro

Kinder/Jugendliche (6 bis 17 Jahre): 2,20 Euro

Schüler/innen bei Teilnahme an einem museumspädagogischen Angebot (2 Begleiter frei): 1,60 Euro

Ermäßigte: 3,50 Euro

Familientageskarte: 13,00 Euro

Die Eintrittspreise können bei Sonderausstellungen variieren.

 


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