Rundgang- auf jüdischen Spuren

  • Start: Gedenkstätte, Exterstraße
  • Ziel: Neue Synagoge, Lortzingstraße
  • leicht
  • 1,74 km
  • 40 Min.
  • 3 m
  • 136 m
  • 132 m

Beste Jahreszeit

Während dieses 1,7 km kurzen Stadtrundganges können Sie anhand von Spuren, die Juden in Detmold hinterlassen haben, die jüdische Geschichte und Kultur in Detmold nacherleben.

1 Gedenkstätte für die Opfer des NS- Regimes

Die Gedenkstätte steht in unmittelbarer Nähe zur alten Synagoge, zum Vorsängerhaus und der jüdischen Schule.

In den Füßen der vier Sandsteinpfeilern des Denkmals sind die vier Säulen des Portals integriert, die die Zerstörung der Synagoge im Zuge der Pogromnacht am 10. November 1938 überstanden haben.

Auf dem Gelände befinden sich darüber hinaus zwei Gedenktafeln bzw. Gedenksteine.

 

2 Alte Synagoge,  Exterstraße 8

Exterstraße 8

Nachdem das Gebäude 1683 als Scheune erbaut wurde, erwarb es die jüdische Gemeinde Detmold 1742 und baute es zur Synagoge um, da eine bisher für gottesdienstliche Zwecke genutzte Räumlichkeit nicht mehr zur Verfügung stand.

1840- 1845 wurden Renovierungen vorgenommen. Die Synagoge war mit kostbaren, von Gemeindemitgliedern
gestifteten Kultgegenständen ausgestattet.

 

3 Vorsängerhaus und jüdische Schule, Exterstraße 8a

Das 1792 von der Detmolder Judenschaft erworbene Fachwerkhaus beherbergte die bis 1913 bestehende jüdische Schule.
Außerdem befand sich im Gebäude auch die Wohnung des Kultusbeamten, weshalb das Haus auch als Vorsängerhaus bezeichnet wird.
An der Fassade befindet sich eine hebräische Balkeninschrift.
Heute wird das Gebäude als Wohn- und Geschäftshaus genutzt.

 

4 Haus Münsterberg, Hornsche Straße 38

Das Haus Münsterberg, eine Villa im Stil der Münchner Neorenaissance, wurde nach dem Kunstsammler und Mäzen, Kaufmann und Wissenschaftler Oskar Münsterberg benannt. Oskar Münsterberg, 1865 in Danzig als Sohn jüdischer Eltern geboren, kam 1886 als Direktor der Klingenbergschen Fabrik nach Detmold. 1886 erwarb er die Villa, die 1840 von dem Ratsherren und Lackierer Johann Spieß erbaut und 1862 an den Architekten Barkhausen verkauft worden war. Münsterberg selbst wohnte mit seiner Familie in der Villa, bis er Detmold 1896 wieder verließ.

Oskar Münsterberg richtete die Villa in den Jahren 1888 bis 1890 mit Kunstwerken verschiedenster Kunstrichtungen, Epochen und Kulturen ein, die er von seinen Reisen bis in den Fernen Osten mitbrachte. Es entstand ein neues Ganzes, das einem regen kulturellen Austausch Ausdruck verleiht. Mit seinen über 50 historischen Kunstwerken – darunter reiche Deckengemälde, barocke Holztüren, kunstgeschmiedete Schlossbeschläge, Delfter Kacheln, orientalische Fliesenteppiche oder eine maurische Gebetsnische – ist das Haus Münsterberg markantes Zeugnis des Historismus des späten 19. Jahrhunderts wie auch Musterbeispiel und Dokument der Wohnkultur eines wohlhabenden Bürgers der Gründerzeit.

1840 von dem Detmolder Ratsherren und Lackierer Johann Spieß erbaut (der Planer ist unbekannt, vermutlich Baumeister Ferdinand Ludwig Merckel), war das Haus Münsterberg bis Ende des 19. Jahrhunderts bürgerliches Wohnhaus, bevor es von Münsterbergs Erben an das Lippische Landeskonservatorium vermietet wurde, das hier 1917 seine Arbeit aufnahm. 1942 wurden die bereits in die USA geflüchteten Kinder Münsterbergs enteignet, und das Rote Kreuz bezog das Haus. Nach dem zweiten Weltkrieg diente es dem Deutschen Roten Kreuz als Kreisverbandszentrale, bis es 1981 von der Stadt Detmold übernommen wurde – und für eine geänderte Straßenführung abgerissen werden sollte. Der Erhalt des Hauses ist dem Engagement der Detmolder Bürger zu verdanken, die für solch eine Publizität sorgten, dass das Haus 1986 letztlich um rund sieben Meter verschoben wurde, damit die Straßenverbreiterung erfolgen konnte.

 

5 "Judenhaus", Hornsche Straße 33

Ende April 1939 begann die Einweisung jüdischer Personen in sog. Judenhäuser. Diese Aktion machte die spätere Deportation für die Gestapo sehr viel einfacher.
In Detmold befanden sich insgesamt 7 Judenhäuser. Die sich dort zwangsweise aufhaltenden Juden lebten in drangvoller Enge auf kleinstem Raum.
Das 1869 erbaute Haus Hornsche Straße 33 wurde 1974 abgerissen. An seiner Stelle befindet sich heute ein aus der Leopoldstraße.

 

6 Jüdische Schule, jüdisches Altersheim, Gartenstraße 6

Der jüdische Kaufmann Julius Rottenstein erwarb 1918  das 1880 erbaute Haus. Seine Tochter Selma Leffmann lebte bis 1937 hier.
Nach dem Novemberpogrom fanden einige Juden hier Zuflucht. Das Haus wurde  eines der sog. Judenhaus.
Ab 1939 wurden hier jüdische Schüler unterrichtet, die von der staatlichen Schulen verwiesen worden waren.
1942 durften jüdische Schüler nicht mehr beschult werden, und auch die Nutzung als jüdisches Altersheim endete mit der Deportation der Bewohner.

7-9 Ehemalige jüdische Geschäftshäuser

Porzellangeschäft Buchholz, Lange Straße 16
Schuhhaus Kauders, Lange Straße 36
Kaufhaus Aisberg & Co, Bruchstraße 18-20
Haushaltswarengeschäft Baer, Bruchstraße 26

10 Neue Synagoge, Lortzingstraße 3

 

Die neue Synagoge wurde am 17.Mai 1907 eingeweiht. In der Nacht zum 10. November 1938 ging sie in Flammen auf und brannte bis auf die Grundmauern nieder.

 

 

 

 

 

 

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Allgemeine Informationen

Informationen
  • Einkehrmöglichkeit
Wegbeschreibung

Vom Startpunkt, der Gedenkstätte, Richtung Exterstraße gehen. Zur rechten sehen Sie die alte Synagoge, das Vorsängerhaus und die jüdische Schule. Halten Sie sich trotzdem links bis Sie auf die Leopoldstraße treffen. Hier rechts halten bis Sie am Ende auf das Haus Münsterberg zur Linken treffen. Dort befindet sich auch das jüdische Altenheim und die jüdische Schule. Jetzt wieder rechts. In der Gartenstraße im Hintergrund treffen Sie auf das ,,Judenhaus".

Geradeaus bis Sie wieder auf die lange Straße kommen. Hier gehen Sie rechts. Kurz vor der Exterstraße befand sich auf der rechten Seite das jüdische Porzellangeschäft Buchholz. Passieren Sie dieses und machen Sie noch einen kleinen Halt bei der Kreuzung Bruchstraße/ Schülerstraße links: Das ehemalige Schuhhaus Kauders.

Danach gehen Sie links und vor der Abbiegung Krumme Straße werden Sie das Kaufhaus Aisberg und das Haushaltswarengeschäft Baer. Zum letzten Punk auf dem Rundwanderweg der neuen Synagoge, gelangen Sie über die Ameide, Bismarck- und Leopoldstraße. Auf der rechten Seite tut sich ein Granit- Gedenkstein auf.

Tipp des Autors

Gönnen Sie sich nach dem Rundgang eine Stärkung in der historischen Altstadt Detmolds.

In der Tourist Information können Sie sich mit interessanten und hilfreichen Informationsmaterialien versorgen. Hier ist u.a. die ausführlichere Variante dieses Rundganges zu finden. Halten Sie Ausschau oder fragen Sie nach: ,,Auf jüdischen Spuren".

Anfahrt

Mit dem Auto: Über die Autobahnen A2 Ruhrgebiet- Hannover (Ausfahrt Bielefeld Zentrum, B66 Richtung Oerlinghausen/ Detmold) und über die A33 (Ausfahrt Paderborn- Elsen, B1 Richtung Detmold/ Hameln) kommt man einfach und bequem nach Detmold. Aus allen Richtungen beträgt die Entfernung zur jeweiligen Autobahn rund 25 km.

Parken

Wenn Sie dem Detmolder Parkleitring folgen, werden Sie zu einer der großzügigen Parkmöglichkeiten geleitet. Es bietet sich das Parkhaus P4 Hornsche Straße an.

Öffentliche Verkehrsmittel

Regelmäßig verkehrende Regionalzüge von/ nach Herford und Bielefeld, bzw. Altenbeken und Paderborn. Von dort Umsteigemöglichkeit auf das Fernverkehrsnetz.

Literatur

Lippe Verlag (Hrsg.): ,,Auf jüdischen Spuren, Zwei Stadtrundgänge durch Detmold"

 

Erhältlich in der Tourist Information Lippe & Detmold.

Karten

Publicpress Publikationsgesellschaft mbH (Hrsg.): ,,Rad- und Wanderkarte Detmold und Umgebung"

 

Lippe Verlag (Hrsg.): ,,Auf jüdischen Spuren, Zwei Stadtrundgänge durch Detmold"

 

Erhältlich in der Tourist Information Lippe & Detmold.

Weitere Informationen

Stadt Detmold:www.detmold.de

Gesellschaft für Christlich- Jüdische Zusammenarbeit in Lippe e.V.:gfcjz-lippe.de

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