TERRA.tipp: Bergmannsweg Kirchdornberg

  • Start: Heimatmuseum Dornberg, Dornberger Straße 523, 33619 Bielefeld
  • Ziel: Heimatmuseum Dornberg, Dornberger Straße 523, 33619 Bielefeld
  • mittel
  • 4,99 km
  • 1 Std. 29 Min.
  • 162 m
  • 304 m
  • 143 m
  • 80 / 100
  • 60 / 100

Beste Jahreszeit

Bielefeld-Kirchdornberg – es lässt sich heute kaum vermuten, aber dieser idyllische Ort am Fuße des Teutoburger Waldes kann auf eine lange Bergbautradition zurückblicken. Denn dass sich in dieser Region einst Bergmänner tummelten und den Untergrund tiefe Stollen und kilometerlange Schächte durchzogen, ist heute kaum noch zu erkennen. Verborgen in der Landschaft, mancherorts nur noch zu erahnen, erstreckt sich zwischen dem Kirchdornberger Ortskern und dem Bußberg ein vom einstigen Kohlebergbau gezeichnetes Areal. Grundlage für das Vorkommen der dort abgebauten Steinkohle bildet die spannende erdgeschichtliche Entwicklung dieser Region. Es gibt also eine Menge zu erzählen. Auf dem „Bergmannsweg Kirchdornberg“ tauchen Sie ein in die Geschichte dieser Landschaft. Begeben Sie sich auf Spurensuche – Spuren eines fast in Vergessenheit geratenen Kohlebergbaus.

Aktueller Hinweis: Der Bergmannsweg Kirchdornberg wird erst Ende Februar 2018 komplett fertiggestellt und funktionsfähig sein.

In Kirchdornberg wurde mit Unterbrechungen über 400 Jahre lang Steinkohle abgebaut. Historischen Aufzeichnungen zufolge ist die Entdeckung der Dornberger Steinkohle bereits auf den Beginn des 16. Jahrhunderts zurückzuführen. Da begann der wechselvolle und „steinige Weg“ des lokalen Kohlebergbaus, der erst im Jahre 1923 mit der Stilllegung der größten Zeche mit dem Namen „Friedrich-Wilhelms-Glück“ endete. Während dieser langen Zeit wurde ein ganzes Netzwerk aus Schächten und Stollen in den Berg getrieben. Die heute dokumentierten unterirdischen Gänge bringen es auf eine stattliche Länge von 5,6 Kilometern. Doch so richtig erfolgreich wurde der Kirchdornberger Bergbau nie: Immer wieder gab es technische Probleme und Geldmangel. Dazu machten ständige Wassereinbrüche und Belüftungsprobleme unter Tage der erfolgreichen Blüte des hiesigen Bergbaus einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

Auf dem 5 km langen Rundwanderweg „Bergmannsweg Kirchdornberg“ erfahren Sie an insgesamt sechs Themenstationen Spannendes, Erstaunliches und Amüsantes zur Erdgeschichte und zum historischen Steinkohlebergbau. Die wegbegleitende und mit dem Handy abrufbare Hörgeschichte vom kleinen Max lädt besonders Kinder und Familien zum Entdecken ein. Am höchsten Punkt der Route erwartet Sie eine „Fern-Seh-Station“: Hoch oben auf dem Bußberg des Teutoburger Waldes - an der sogenannten Schwedenschanze - thront die Kaiser-Friedrich-Gedächtnishütte. Von hier aus können Sie weit über das ehemalige Bergbaugebiet hinweg auf das Ravensberger Hügelland bis zum Wiehengebirge blicken. Verschaffen Sie sich hier vorab einen kleinen Überblick! An einer Audiostation erklären zwei Hörspiele die Aussicht. Hier entlang verläuft übrigens auch der bekannte Fernwanderweg Hermannsweg. Wer weniger gut zu Fuß ist oder Lust auf eine kürzere Strecke ohne Steigung hat, kann die Runde am Wanderparkplatz Schwedenfrieden auf 3 km verkürzen.

 

Familien und Kinder aufgepasst: Hier gibt’s was auf die Ohren!
Wir befinden uns in Kirchdornberg im Jahr 1786. „Maaaaax, zieh dir bitte schon mal die Schuhe an. Wir machen uns gleich auf den Weg zum Papa. Wir müssen ihm doch sein Mittagessen bringen …“ So beginnt die Hörgeschichte über den kleinen Max, der sich gemeinsam mit seiner Mutter auf den Weg zum Kohlebergwerk macht, in dem sein Vater als Bergmann arbeitet. Auf dem Weg dorthin entdeckt er die Welt des damaligen Bergbaus auf seine ganz eigene Art. Die Geschichte ist an den jeweiligen Stationen per QR-Code mit dem Handy abrufbar.

 

Lassen Sie sich führen!
Möchten Sie mehr erfahren? Dann buchen Sie eine Führung auf dem Bergmannsweg. Dazu wenden Sie sich am besten per E-Mail an den Heimatverein Dornberg unter info@heimatverein-dornberg.de. Möglich sind Führungen mit geologischem oder kulturhistorischem Hintergrund sowie spezielle Angebote für Schulklassen.

Diese Karte verwendet Google Maps. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

Allgemeine Informationen

Informationen
  • Einkehrmöglichkeit
  • Rundweg
Tipp des Autors

Seit fast 200 Jahren liegt am Fuße des Bußbergs das Ausflugslokal Schwedenfrieden direkt am gleichnamigen Wanderparkplatz. Es hat sich mittlerweile zu einer der "In-Locations" für Feiern aller Art, als Hotel, Veranstaltungsort und  beliebtes Ausflugsziel etabliert. Da es direkt am „Bergmannsweg Kirchdornberg“ liegt, bietet es sich für eine ausgiebige Rast an.

Außerdem: Wer den Bußberg erklimmt, kann sich nicht nur mit einer herrlichen Aussicht belohnen, sondern an den Wochenenden auch mit einer kleinen Stärkung. Denn die oben an der Schwedenschanze thronende Kaiser-Friedrich-Gedächtnishütte beherbergt eine kleine Gastronomie, die an Sonn- und Feiertagen von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet ist.

Parken

Startpunkt des Bergmannsweges mit einführender Infotafel ist das Heimatmuseum Dornberg (Dornberger Straße 523, 33619 Bielefeld). Hier sind Parkmöglichkeiten vorhanden.

Öffentliche Verkehrsmittel

Direkt am Einstiegspunkt am Heimatmuseum Dornberg befindet sich die Bushaltestelle „Kirchdornberg“, die Sie mit der Buslinie 24 erreichen. Eine Fahrplanauskunft finden Sie HIER

Literatur

Einen interessanten Artikel von Heinz-Dieter Zutz mit dem Titel "Der Steinkohlen-Bergbau in Bielefeld-Dornberg" finden Sie im Magazin "Archäologie in Ostwestfalen, Band 12/2014". Weitere Infos und Bezugsmöglichkeiten HIER

Weitere Informationen

Möglichkeiten zur Einkehr
Schwedenfrieden
Zur Schwedenschanze 75
33619 Bielefeld
Telefon: (0521) 9881 9881
info@schwedenfrieden.de
www.schwedenfrieden.de
Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Samstag, 14.00 – 18.00 Uhr

Die Gastronomie in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnishütte auf der Schwedenschanze ist an Sonn- und Feiertagen zwischen 10.00 und 18.00 Uhr geöffnet.

 

Bleiben Sie im Thema
Verbringen Sie den Tag in Bielefeld und Umgebung! Nach Ihrer Wanderung auf dem Bergmannsweg sind ein Besuch des Botanischen Gartens sowie des Naturkunde-Museums Bielefeld zu empfehlen. Hier bleiben Sie direkt im Thema: Die Entwicklung der Pflanzen ist eng mit der erdgeschichtlichen Entwicklung verknüpft. Ein Streifzug durch den Botanischen Garten öffnet ein Fenster in die Evolutionsgeschichte der Landpflanzen. Von lebenden Fossilien bis zur Erdzeituhr erfahren Sie Spannendes über die Geschichte der Erde und des Lebens. Im Naturkunde-Museum – liebevoll auch namu genannt – gibt es neben spannenden Dauer- und Sonderausstellungen auch den Geo-Stollen. „Von wegen Schicht im Schacht!“ ist das Motto. Sie bekommen faszinierende Einblicke in die Unterwelt, indem Sie Geologen bei der Arbeit über die Schulter schauen.

 

L(i)ebenswertes Bielefeld
Urban und trotzdem grün, Großstadt und dennoch überschaubar. Gerade diese Mischung macht Bielefeld zu dem was es ist: eine besonders l(i)ebenswerte Großstadt. Mit mehr als 330.000 Einwohnern zählt Bielefeld zu den 20 größten Städten Deutschlands. Die Menschen wissen hier besonders die hohe Lebensqualität, die Vorteile eines starken Wirtschaftsstandorts sowie das Bildungs- und Wissenschaftsangebot zu schätzen. Diese Qualitäten machen Bielefeld zum Zentrum einer starken Region: Ostwestfalen-Lippe.

Tourist-Information im Neuen Rathaus
Niederwall 23
33602 Bielefeld
Tel. 0521 / 51 69 99
touristinfo@bielefeld-marketing.de
www.bielefeld.jetzt

 

Das Projekt wurde auf Initiative des Heimatvereins Dornberg sowie der Bezirksvertretung Dornberg gemeinsam mit dem Umweltamt der Stadt Bielefeld, der Universität Bielefeld und TERRA.vita mit fachlicher Unterstützung von Jürgen Benne, Christian Höcker & Heinz-Dieter Zutz entwickelt. Des Weiteren danken wir für die freundliche Unterstützung: Volksbank Bielefeld-Gütersloh, Stadtwerke Bielefeld GmbH, Sparkasse Bielefeld, Hof Lücking, Elke Althoff Bestattungen, Ulrich Althoff GmbH, Teutoburger Wald Verband e.V. sowie der Bezirksregierung Münster (FöNa).

Text, Konzept und Produktion der Hörspiele: Universität Bielefeld, Interdisziplinäre Medienwissenschaft, Nathalie Boryczko, Anna Münzebrock, Tom Roschig, Sabrina Wittke & Paul John mit fachlicher Unterstützung von Jürgen Benne, Christian Höcker & Heinz-Dieter Zutz.

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