Wanderweg 4

  • Start: Kurparkeingang am Kurparksee
  • mittel
  • 9,56 km
  • 2 Std. 45 Min.
  • 156 m
  • 167 m
  • 77 m
  • 60 / 100
  • 40 / 100

Beste Jahreszeit

Erleben Sie die Grenze zwischen Lippe und Preußen zu Fuß. Die Wegstrecke entlang des Golfplatzes und des Schwaghofbach-Tals (letzter Wegabschnitt) liegt in der offenen Landschaft, sonst geht es durch vorwiegend Laubwald. Im Hochsommer sollten Sie das einplanen.

Grenzsteine: Die meisten Grenzsteine stammen aus dem 19. Jahrhundert. Sie können die lippische Rose erkennen, auf der Rückseite finden Sie den preußischen Adler. Die Steine sind alle durchnummeriert. Auf der Kreisgrenze finden sie auch sehr alte Grenzsteine aus dem Jahr 1536, die noch nicht mit einer Jahreszahl versehen wurden. Diese Steine haben nicht die spätere, typische Form, ihre Bezeichnungen sind trotzdem oft besser zu erkennen als auf den neueren Grenzsteinen. Das liegt an der besseren Qualität des Sandsteins. Die lippische Rose auf der Vorderseite ist sehr viel einfacher ausgeführt als bei den neueren Steinen, auf der Rückseite sind die Ravensberger Sparren zu sehen. Ab 1666 gehörte die Grafschaft Ravensberg zum Kurfürstentum Brandenburg. 1701 krönte sich der brandenburgische Kurfürst zum König in Preußen, von da an verlief also die Grenze zwischen der Grafschaft Lippe und einem Teil des Königreiches Preußen (Ravensberg/Minden).

Seligenwörden. Unter dem Waldboden an den Kellerteichen würde kaum jemand die Reste einer alten Hofstelle vermuten. Und doch führt die Bezeichnung „Keller“ auf ihre Spur. Keller steht hier für wüster, aufgegebener Ort oder Hofstelle. Hier stand bis ins Spätmittelalter einer der zahlreichen Oberhöfe des adeligen Stiftes (Klosters) St. Marien in Herford, der Amtsmeierhof Seligenwörden. Die sächsischen Hofgründer nannten ihn nach dem sumpfigen Tal(„seling“ für sumpfig, „wurdt“ oder „wordt“ für Grundstück). Zu einem Oberhof gehörten viele abhängige Höfe, die ihre Abgaben vor allem in Naturalien an den Oberhof abführen mussten.
Der Amtsmeierhof Seligenwörden unterstand unmittelbar der Fürstäbtissin zu Herford, die dem adeligen Stift St. Marien vorstand und schon im 12. Jahrhundert viel Macht hatte. Der Verwalter des Oberhofes, der Amtsmeier, war dafür verantwortlich, dass die Abgaben das Kloster pünktlich erreichten. Ende des 15. Jahrhunderts verwaiste der Oberhof, Pest und Kriege waren schuld daran. Von ihm sind keine Reste erhalten.
Um 1500 kaufte die wachsende Stadt Salzuflen Stück für Stück die Ländereien des Hofes auf, die inzwischen teilweise bewaldet waren. Die Fürstäbtissin behielt sich aber das Recht des wirklichen Eigentümers vor. So musste die Stadt neben dem Kaufpreis bei jedem Bürgermeisterwechsel eine erhebliche Abgabe an das Stift Herford abführen. Die Salzufler waren also interessiert, dass ihre Bürgermeister möglichst alt wurden und lange im Amt blieben. Erst mit der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte die Flur Seligenwörden der Stadt wirklich. Auch die Restflächen wurden aufgeforstet, die Flurbezeichnung Pottenkamp („Potten“ für Baumsetzlinge) erzählt davon. Das Holz wurde für die Salzgewinnung und die Haushalte der Stadt dringend gebraucht.

Diese Karte verwendet Google Maps. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

Wegpunkte der Route

Bad Salzuflen

Tourist Information Bad Salzuflen

Brauchen Sie in Bad Salzuflen noch eine Unterkunft für sich oder Freunde? Benötigen Sie einen Veranstaltungskalender od...

Mehr erfahren

Bad Salzuflen

VitaSol Therme Bad Salzuflen

Eintauchen. Abschalten. Rundum Wohlfühlen. Die ThermenLandschaft bietet vielfältige Möglichkeiten, um auf über 1700m² W...

Mehr erfahren

Allgemeine Informationen

Informationen
  • Rundweg
Wegbeschreibung

Sie beginnen den Weg am Kurparkeingang – Kurparksee. Der See liegt rechts, nach kurzer Zeit lassen Sie links das VitaSol und den dazu gehörigen Parkplatz liegen. Sie überqueren auf einer kleinen Brücke den Schwaghofbach, dann geht’s nach links. An einer Fußgängerampel überqueren Sie die Extersche Straße. Auf der anderen Straßenseite gabeln sich an einer Übersichtstafel zwei kleine Wege. Sie halten sich links auf dem unteren Weg, neben dem Weg fließt der Schwaghofbach. Oberhalb des Bachs liegt hinter dem Zaun das Stadion Flachsheide. Etwas später sehen Sie links einen Teich, Rest der alten Forsthausteiche. Hier trifft unser Weg auf den Forsthausweg, der hier eine Linkskurve macht. In dieser Kurve führt unser Weg in den Wald, verläuft parallel zum Forsthausweg und führt Sie auf die Obernbergwiese.

Der Weg lässt die Obernbergwiese links liegen, sie können die Fläche durch die Bäume sehen. Er ist hier asphaltiert und heißt Forststraße. Links vom Weg steigt eine Böschung mit Fichtenbeständen an, rechts sehen Sie ein Tal. Auf dem Weg werden Ihnen einige dieser Täler begegnen, sie sind Relikte aus der Eiszeit. Als der Eispanzer sich gelöst hat und das Wasser abgeflossen ist, haben sich diese Täler gebildet. An der Unterseite der Hänge sind viele Findlinge zu finden, der ganze Obernberg ist durchsetzt mit gewaltigen Steinen. Sie sind dicht unter der Oberfläche verborgen. Diese Täler sind mit Laubwald bewachsen.
Bald kommen Sie zu „Vegers Eiche“ rechts am Weg, unter ihr steht eine Bank. Sie erkennen den Baum an einer Holztafel, die darüber informiert, dass eine Vorgängerin dieser Eiche dem Bürgermeister Johann Veger (1633-1666) gewidmet wurde. Er hat sich dadurch ausgezeichnet, dass er während einer Pestepidemie in der Stadt Bad Salzuflen geblieben ist und die Pflege von pestkranken Menschen organisiert hat.

Der Weg führt an weiteren Urstromtälern vorbei, von denen einige kleine Wasserläufe führen. Im Sommer sind sie in der Regel ausgetrocknet. Kurze Zeit später sehen Sie rechts das Hotel Schwaghof, kurz darauf gabelt sich der Weg. Wir halten uns links, die rechte Abzweigung ist eine Abkürzung, die den Weg Nr. 15 etwa um die Hälfte verkürzt. Wenn Sie noch nicht fußmüde sind, gehen Sie also ziemlich geradeaus. Nach ein paar Metern kommen Sie an eine Schutzhütte, danach macht die asphaltierte Forststraße einen Bogen nach rechts. Unser Weg verlässt sie hier und geht geradeaus auf die Autobahn zu. Links vom Weg sehen Sie etwa 40 Meter entfernt im Wald einen Grenzstein. Heute verläuft hier die Grenze zwischen den Kreisen Lippe und Herford. Das Stück Wald, das vom Grenzstein im Dreieck auf die Autobahn zuläuft, ist ein Kuriosum. Es gehört zum Staatsforst Minden und wurde durch den Autobahnbau von diesem Gebiet abgetrennt. Der Stein steht auf dem alten Grenzwall, den Sie gut erkennen können. Der Wall läuft auf die Autobahn zu und auf der gegenüberliegen Seite parallel zu ihr weiter.

Auf der rechten Seite können Sie Teiche sehen. Sie heißen Kellerteiche und sind Ende des 19. Jahrhunderts angelegt worden. Bis vor einigen Jahren wurden sie als Fischteiche bewirtschaftet, jetzt werden sie nach und nach renaturiert. Die alte Flurbezeichnung für das Gebiet rechts vom Weg heißt „Auf den Kellern“. Der Weg läuft auf die Autobahn zu und macht kurz vor ihr eine Biegung nach rechts. Er ist hier geschottert und gut zu begehen. Nach einer Weile ist er betoniert, ein Relikt aus der Zeit des Autobahnbaus. Hier wurde das Material für den Bau angefahren, und auf diesem Weg konnte das Militär zu den großen Munitionsdepots im Stuckenberg gelangen. Das Überqueren der Autobahn war damals offenbar noch kein Problem. Die kleine Betonstraße biegt nach links ab, Sie gehen geradeaus auf dem geschotterten Weg weiter. Er macht einige sanfte Rechtskurven, in regelmäßigen Abständen finden Sie auf der linken Seite Grenzsteine aus dem 19. Jahrhundert und sehr alte aus dem Jahr 1536. Sie gehen hier auf der alten Landesgrenze zwischen Lippe und Preußen, die noch heute Kreisgrenze ist.

Sie kommen an einen Wegweiser, vor sich sehen sie ein Fachwerkhaus und darunter das Finnebachtal, in dem eine Straße verläuft. Links unten neben dem Weg ist ein Wanderparkplatz, auf dem Sie quer einsteigen können. Sie halten sich rechts und lassen das Fachwerkhaus links liegen. Der Weg verläuft wieder auf der Forststraße. An einer Schutzhütte knickt unser Weg scharf nach rechts ab. Der Weg ist eben und geht ein kleines Stück steil hoch, danach führt er eben durch Laubwald. Besonders im Frühjahr und Sommer ist es ein Genuss, hier zu gehen. Links können Sie wieder ein Urstromtal sehen. Dieses Waldstück beherbergt große Ilex- oder Stechpalmenpflanzen, rechts finden Sie eine Bank, in ein Ilexgebüsch eingebettet. Unser Weg ist hier gut zu begehen und heißt Sugenpad (Sugen ist ein alter Name für Säue). Hier haben früher die Bauern ihre Schweine in den Wald getrieben, damit sie Eicheln fressen konnten.

Sie gelangen an ein Wegekreuz, an dem sich fünf Wege treffen. Der Querweg heißt Schaftrift, hier wurden Schafe durch den Wald getrieben. Unser Weg geht neben einer Bank links ab. Geradeaus ist der Weg auch gekennzeichnet, hier trifft die Abkürzung wieder auf unseren Weg. Es geht durch den Wald abwärts, unten treffen Sie auf einen Weg, der den Golfplatz Bad Salzuflen begrenzt. Sie halten sich rechts, links ist der Weg von einer Hecke begrenzt. Sie lassen das Clubhaus des Golfclubs links liegen, der Weg wird hier zur schmalen Straße. Sie kommen an Parkplätzen (rechts) vorbei bis zu einem Wegweiser mit Übersichtstafel. Hier wird es ein bisschen schwierig: Sie halten sich rechts und gehen auf die Tennisplätze zu. Vor den Tennisplätzen biegt unser Weg links ab, wird schmal, lässt die Tennisplätze rechts liegen und wird links von einer Hecke begrenzt. Der Weg geht abwärts, rechts im Tal sehen Sie die Schwaghofteiche. Links begrenzt eine bewachsene Böschung den Golfplatz. Nach einer Weile können Sie links hinter dem Gelände des Golfplatzes ein Gebäude sehen. Das ist die alte Domäne Schwaghof, die heute eine Station des Deutschen Wetterdienstes beherbergt. Der Weg verläuft hier eben, rechts unten sehen Sie einen kleinen Teich. Dann geht es ein kurzes Stück abwärts, Sie treffen auf die Fußgängerampel über die Extersche Straße. Gegenüber sehen Sie das VitaSol, hier gelangen Sie zum Ausgangspunkt Ihrer Wanderung zurück.(© Renate Tegtmeyer) 

Ausrüstung

Festes Schuhwerk

Anfahrt

A2/E34 – Ausfahrt 31/ Vlotho-Exter, weiter Richtung Bad Salzuflen, Straßenverlauf folgen Richtung „Kurgebiet Obernberg“

Parken

Parkmöglichkeiten:
Ausgangspunkt: Parkhaus Sophienstraße (P2)
für Seiteneinsteiger: Parkplatz am Obernberg, Wanderparkplatz Finnebachstraße, Parkplatz am Hotel Mercure Schwaghof

Öffentliche Verkehrsmittel

Bus:  
Ausgangspunkt: Stadtbus Linie 943 (ZOB – Am Markt – Waldemeine), Haltestelle: Lietholzstraße

Wegbelag

  • Unbekannt (2%)
  • Asphalt (5%)
  • Schotter (51%)
  • Wanderweg (8%)
  • Pfad (34%)

Wetter

Was möchten Sie als nächstes tun?
GPX herunterladen