© Michelle Brockmann
14.11.2019

Das Dreiländereck

Auf der Grenzgängerroute von Borgholzhausen bis Bad Iburg

Erlebnisbericht aus dem Osnabrücker Land von Michelle Brockmann

© Michelle Brockmann

Am Samstag, den 26. Oktober kam im Radio die Durchsage, dass es der letzte wirklich warme und sonnige Tag in diesem Jahr sei. Somit haben mein Freund und ich unsere Rucksäcke mit Kamera, Snacks und Wasser gepackt und sind mit unseren Fahrrädern zum Bahnhof gefahren. Da eine Fahrradmitnahme in der NordWestBahn gestattet ist, konnten wir unsere Drahtesel ganz leicht mit einem Fahrradticket mitnehmen. Auf geht es Richtung Borgholzhausen, um einen Teil der Grenzgänger Route Teuto-Ems bis nach Bad Iburg zu „(er)fahren“. Bei der Grenzgänger Route handelt es sich um eine insgesamt 148 km lange Strecke, die zeigt, was das Osnabrücker Land, das Münsterland und der Teutoburger Wald so zu bieten haben. Auf der Route lassen sich neben spannenden historischen Geschichten auch Orte für Erholungen und kulinarische Speisen entdecken. Man kommt auch an einigen Hofläden vorbei, um seinen Proviant ein bisschen aufstocken zu können

Borgholzhausen und Burg Ravensberg – „natürlich historisch“

© Michelle Brockmann

Vom Bahnhof ist es nicht weit mit dem Rad zur Burg Ravensberg. Wir fuhren ein wenig bergauf durch einen Mischwald mit Eschen, Bergahorn, Bergulme und vielen weiteren schönen Bäumen und Büschen, welche auch unter Naturschutz stehen. Zur herbstlichen Jahreszeit leuchten diese in besonders prächtigen, bunten Farben.  Auf dem Berg angekommen, entdeckt man die hübsche kleine Burg, in welcher es sich noch herrlich speisen und trinken lässt. Die Burg Ravensberg wurde im 12. Jahrhundert als Stammsitz der Grafen von Ravensberg-Calvelage erbaut und steht unter Denkmalschutz. Des Öfteren finden an dieser Burg auch Veranstaltungen statt, wie zum Beispiel ein Burgfest oder der Besuch der Schauspielergruppe Canaillen-Bagage, die ihre Zuschauer in eine andere Welt mitnimmt und sie mit Geschichten aus dem Mittelalter verzaubert, was natürlich sehr zum Ambiente passt.

© Michelle Brockmann

Die Aussicht von dieser Burg ist einfach atemberaubend. Vom Café aus werden auch Sitzgelegenheiten angeboten, um das Ganze bei einem leckeren Getränk auf sich wirken zu lassen.

Weiter geht es durch den Wald hinunter auf sehr gut befahrbaren Radwegen durch idyllische Bauernlandschaften mit einem fesselnden Anblick auf den Teutoburger Wald. Einfach nur herrlich. Anschließend gelangten wir in den Ort Dissen. Dort kamen wir an einem kleinen gemütlichen Park vorbei, sowie an dem Großunternehmen Hohmann, welches auch einen Fabrikverkauf anbietet.

Bad Rothenfelde – Salz, Sole, Gradierwerk

© Michelle Brockmann

Bad Rothenfelde ist ein wahrliches Highlight dieser Route und kann sich mit seinem wundervollen Kurpark mit den riesigen Gradierwerken wirklich sehen lassen. Wenn man die Augen schließt und in unmittelbarer Nähe der Gradierwerke steht, könnte man denken, dass man am Meer wäre. Hier lässt sich definitiv ein ausgiebiges Päuschen neben Springbrunnen und geschmackvoll angelegten Blumenbeeten einlegen. Entstanden sind die Gradierwerke einst durch die Entdeckung einer Solequelle.

© Michelle Brockmann

Denn die Gradierwerke waren früher Bestandteil der Salzherstellung. Das Wasser wird hochgepumpt, damit es an großen Wänden mit Schwarzdorn-Reisig hinabrieseln kann. Durch die Verdunstung an der Luft steigt der Salzgehalt des Wassers um ca. 25 Prozent. Wer noch mehr wissen und auch sehen möchte, kann für kleines Geld an einer Gradierwerksführung teilnehmen. Mit etwas mehr Zeit im Gepäck hätten wir uns definitiv noch einen Aufenthalt in der einladenden Therme mit dem Natursolebecken gegönnt.

© Michelle Brockmann

Weiter ging es jedoch für uns direkt zum nächsten Kurgebiet durch friedvolle Wald- und Feldwege Richtung Bad Laer. Dabei kamen wir auch an einem Hofladen mit einer beträchtlichen Auswahl an Kürbissen vorbei. Ein kleiner Hokkaidokürbis wurde so unser Begleiter für die Weiterfahrt.

Bad Laer - Ein Kurgebiet für die Entdeckung der Sinne

© Michelle Brockmann

Bad Laer hat zwar ein kleineres Gradierwerk, aber dafür einen unheimlich großen Kurpark, wo auch die Solequelle „Kolk“ entspringt und sich der wunderschöne Glockensee befindet. In einem ausgiebigen Rundgang durch den Park lassen sich die Sinne durch kleine Stationen erkunden, wie zum Beispiel der Tastsinn oder das Gehör . Besonders gefallen hat uns die Triangelstation, bei der man zu zweit ein harmonisches Glockenspiel nachahmen kann.

© Michelle Brockmann

Empfehlenswert für einen längeren Aufenthalt in Bad Laer ist das Solevital mit einem Sole Therapie-Bad. Außerdem kann man in Bad Laer ein Heimatmuseum besichtigen. Der kleine Kurort hat nämlich eine Menge Geschichten zu erzählen. Für uns ging es wieder direkt weiter durch das kleine Örtchen Hilter geradewegs zum letzten Highlight unserer Tour: „Bad Iburg“.

Romantisches Schloss mit Flair

© Michelle Brockmann

Das Schloss Bad Iburg befindet sich in einer beschaulichen Altstadt. Auf dem Weg dorthin sind wir noch an eins unserer persönlichen Highlights vorbeigekommen, denn Bad Iburg kann sich als stolzer Besitzer einer Forellenzucht behaupten. Der sogenannte „Forellomat“ ist ein Automat, bei dem man für kleines Geld Forellen zu jeder Zeit erwerben kann. So etwas Verrücktes habe ich zuvor noch nie gesehen. Nun gesellte sich zu unserem Kürbis auch eine kleine Forelle.

© Michelle Brockmann

Mit Sack und Pack fuhren wir weiter zum malerischen Schloss, welches von einem bezaubernden Schlossgarten umringt ist. Das Schloss befindet sich auf einen Berg, sodass sich von dort aus wieder eine unverwechselbare Aussicht genießen lässt. Leider war es schon etwas spät, als wir dort ankamen, denn sonst hätten wir noch einen Spaziergang auf dem Baumwipfelpfad genossen: ein Pfad, der nicht nur neue Perspektiven unmittelbar in der Natur zeigt, sondern auch über die Natur, Geologie und Geschichte informiert.

Die Grenzgängerroute – Urlaub pur

© Michelle Brockmann

Mit Aussicht auf den Teutoburger Wald lässt es sich doch entspannt Radeln - außerdem laden die vielen Sehenswürdigkeiten zu dem ein oder anderen Zwischenstopp ein und sorgen für genügend Entspannung und Erholung. Auch die historischen Entdeckungen kommen auf dieser Strecke nicht zu kurz, denn die Burg Ravensberg und das Schloss Iburg sind definitiv einen Besuch wert, genauso wie die Gradierwerke und Kurparks in Bad Laer und Bad Rothenfeld. Darüber hinaus bieten die vielen Heil- und Solebäder eine entspannte und heilsame Urlaubsgestaltung. Mit dem Flair des Teutoburger Waldes im Hintergrund ist die Etappe der Grenzgängerroute von Borgholzhausen bis Bad Iburg eine herrliche und sehr empfehlenswerte Strecke.

Leserstimme

Gästestimme abgeben

* Pflichtfelder

Leserstimme

Leserstimme

Alle Gästestimmen lesen

Es wurde noch keine Gästestimme abgegeben