© Gütersloh Marketing
25.05.2020

Stadt – Land – Fluss

Kleine Auszeit aus dem Home Office

Erlebnisbericht aus Gütersloh

Eigentlich war alles ganz anders geplant…so fangen in den letzten Wochen wohl viele Sätze an. In diesem Fall gilt das auch für uns.

Vor einiger Zeit – noch im Winter, um genau zu sein – hatte ich im Gütersloher Stadtmarketing eine Broschüre zum „Wassererlebnispfad Dalke“ entdeckt, mitgenommen und, da das Wetter noch auf sich warten ließ, erstmal vertagt auf einen Ausflug mit Familie und Freunden an einem schönen Frühlingstag. Daraus wurde leider nichts, wir kennen alle die Gründe. Aber neugierig auf den Wassererlebnispfad war ich trotzdem. Und wenn man die ganze Zeit im Home Office arbeitet und nach einem Telefonat sein eifrig bastelndes Kind inklusive Wohnzimmer „entglitzern“ muss, braucht man mal eine Auszeit. Also ab aufs Rad!

20mal Wasser

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In der Broschüre steht alles genau beschrieben, mehr braucht man gar nicht, um direkt loszuradeln. Besonders schön: An zwanzig Stationen entlang des Weges kann man halten und erfährt anhand von Stelen alles Mögliche über das Thema Wasser. Aber der Weg kann noch mehr, wie ich nachher herausfinden sollte: es gibt an jeder Stelle viel zu entdecken! Immer begleitet wird man vom Rauschen der Dalke, deren Verlauf man folgt. Ein wirklich idyllischer Ausflug durch schattenspendende Alleen, mit einem Rundum-Blick über weite Felder und Wiesen.

Von Ost nach West – Etappe 1

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Der Weg startet in Avenwedde, auf Höhe des Naturschutzgebietes Große Wiese. Die für sich genommen ist schon ein echtes Highlight, für eine kleinere Radrundtour rund um das größte Schutzgebiet Güterslohs, aber auch für Spaziergänge. Nun gut, dieses Mal bleibe ich auf dem Wassererlebnispfad! Und der führt mich zu Ruthmanns Mühle, der zweiten Station. Hier können übrigens auch Gruppenführungen gebucht werden – auch wenn diese aktuell pausieren. Ein weiterer Punkt kommt auf meine To Do. Die Strangmühle ist mein nächstes Ziel, hier erfahre ich, was eine Mühlenumflut ist. Wissen Sie’s? Immer entlang der Dalke geht es weiter, ich bin in Sundern, dann schon an der Dalkepromenade auf Höhe des Schulzentrums Ost. Hier mache ich eine kurze Pause und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Ein idyllischer Ort, so auf den Steinstufen am Wasser. An dieser Stelle ist die Renaturierung der Dalke besonders gelungen, finde ich! Das Rauschen des Wassers ist wunderbar beruhigend, vor allem nachdem die letzten Wochen immer wieder geprägt waren vom trubeligen Familienleben.

Zur grünen Lunge der Stadt

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Nun geht es weiter, so langsam erreiche ich das Gütersloher Zentrum und damit liegt schon die Hälfte des Weges hinter mir. Avenstroths Mühle kommt in mein Blickfeld. War da nicht was mit dem ersten „Elektrokraftwerk“ der Stadt? Der Blick aufs Schild bestätigt das. Zu gern würde ich von hier aus einen Abstecher ins Parkbad machen, das ist gar nicht weit entfernt. Bald wieder! An einer der nächsten Stationen steht auch einiges zu lesen über die „Badkultur“ Güterslohs. Spannend! Danach erwartet mich der Stadtpark mit einem Meer aus bunten Farben. Die Apfelbäume blühen, die Hyazinthen zeigen ihre Farben, der gesamte Botanische Garten steht in voller Blüte: Das ist einfach ein Gute-Laune-Moment. Pause! Hier ist zum Zeitpunkt meiner Tour alles menschenleer, daher kann ich mir die schönste Sitzgelegenheit suchen und dort nochmal durchatmen. Allgemein die Strecke war bisher sehr idyllisch, fällt mir jetzt auf, nur wenige vereinzelte Paare kamen mir entgegen.

Von Mühlen, Webern und viel „Gewäsch“

Halbzeit ist angesagt, jetzt wird es für mich etwas „urbaner“. Der Weg führt zu Meiers Mühle, der ältesten Mühle des „Dorfes Gütersloh“. Wenn man überlegt, dass hier Gütersloh einmal seinen Anfang nahm…am liebsten würde ich jetzt einen kleinen Abstecher in die Innenstadt machen. Zumindest an den Rand der Innenstadt komme ich mehr oder weniger, denn an der nächsten Infostation stoße ich auf die Weberei, das Kulturzentrum der Stadt. Gut, dass sie auch hier wieder ihrem natürlichen Verlauf folgt, eingepfercht wie noch 1998 war der Anblick etwas trist. Man kennt Bielefeld als die Stadt der Weber, aber auch in Gütersloh haben wir eine „Stoff-Vergangenheit“. Die Weberei zeigt es, auch die nächsten Stationen, die ehemalige Bleiche Altewille und die Bandweberei Güth & Wolf, zeugen davon. Mit Fischen kann man mich zwar nicht locken, aber es ist doch schön, zu lesen, dass die Dalke inzwischen an Wasserqualität gewonnen hat und sich wieder Fischarten dort ansiedeln.

Wasser(gedanken)spiele

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Auf dem nächsten Streckenabschnitt wird es künstlerisch – zumindest thematisch. Ein Atrium oder auch „Grünes Klassenzimmer“ folgt am Riegerpark – ich zweckentfremde es mal als Sitzstufe und lasse das Wasser um meine Finger strömen. Hier ist das Wasser so klar, dass man das Muster auf dem Grund sehen kann. Die Promenade ist hier übrigens nach einem Gütersloher Maler und Grafiker benannt, Paul Westerfrölke, das habe ich auch auf dieser Tour gelernt. Auch das Flussbett-Hotel hat sich künstlerische Gedanken gemacht – obwohl der soziale Aspekt bei diesem integrativen Hotel den Vorrang hat. Das Brunchbuffet ist hier übrigens auch sehr gut!

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Die nächste Station liegt am Westring, rund um das „Neue Wohnen“-Quartier mit seiner modernen, an die Natur und vor allem die Dalke angepassten Architektur. Natürlichkeit ist für mich das Kernthema das Weges, ich habe viel über Wassernutzung, die Dalke und ihren Einfluss auf die Entwicklung Gütersloh gelernt, so mein Resüme, als ich über die Kläranlage Putzhagen, das Drei-Flüsse-Eck und die Neue Mühle schließlich das Ende des Wassererlebnispfades erreiche.

Netterweise holt mein Mann mich nun ab, es geht aus der Natur zurück nach Hause!

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