© GesUndTourismus Horn-Bad Meinberg GmbH
14.05.2020

Frühwanderung zur Falkenburg in Corona-Zeiten

... oder "Die immense Bedeutung von Brandschutzbestimmungen für offene Feuerstellen."

Erlebnisbericht aus Horn-Bad Meinberg von Milla und Frank

Ein strahlend blauer Himmel, die erfrischende Kühle eines Frühlingsmorgens und die Vorfreude auf eine reizvolle Landschaft – Was braucht es mehr außer leckeren Blaubeeren und Apfelvierteln, um frohen Mutes zu einer Kurzwanderung auf die Falkenburg bei Detmold aufzubrechen.

 

Blauer Himmel und erfrischende Kühle zum Start

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Wir fahren am Landhotel Haus Weber und Hotel Bärenstein vorbei und parken auf dem Wanderparkplatz Externsteine / Bärenstein in Holzhausen-Externsteine. Sowohl das komfortable Landhotel Weber als auch das 4-Sterne-Hotel Bärenstein ist ein vorzüglicher Ausgangspunkt um durchaus zu Fuß oder per Rad das ehemaligen Fürstentum Lippe mit seinen Natur- und Kulturschätzen kennen- und lieben zu lernen.

Auch wenn wir nur einen Kurztrip machen, da wir auch Horn-Bad Meinberg sind, gehört gutes Schuhwerk, ein Sonnenschutz für den Kopf und Wasser zu unserer Ausrüstung … und natürlich auch eine Kamera.

Nach fünfzig Metern in südliche Richtung biegen wir in den Bärenkamp Richtung Westen ab. Nach ca. 340 m biegt der Bärenkamp Richtung Norden ab. Wir gehen jedoch geradeaus über einen weiteren Wanderparkplatz auf einem kleinen Pfad in den Wald hinein.

Waldbaden par excellence

Durch das frühmorgendliche Fehlen der „Kulturgeräusche“ verstärken sich die Naturgeräusche. Kaum sind wir in den Wald eingetaucht, hören wir die Vöglein, die mit Ihrem frühmorgendlichen Gesang auf sich aufmerksam machen. Das „Badewasser“ ist jedoch noch nicht so warm, dass wir baden können. Dazu später mehr.

Der Weg wendet sich sofort nach Südwesten um nach weiteren 300m auf breiteren Weg zu münden auf dem wir nach rechts weitergehen. Nach weiteren 30m stößt dieser auf eine Wegkreuzung mit einem Hauptweg. Dort biegen wir nach rechts in nördliche Richtung ab.

Nach weiteren 440m stoßen wir auf eine Wegkreuzung, auf der wir uns links halten. Wir bleiben für weitere 930m auf diesem Weg. Es geht immer leicht aufwärts. An einer Weggabelung halten wir uns rechts. Nach einer Wegbiegung sehen wir zur linken eine Schutzhütte. Schaut man hier dem weiteren Weg folgend nach oben, sieht man sie … die Falkenburg, wie sie hoch oben auf dem Bergsporn des Falkenbergs thront.

Der „liebe“ Brandschutz bei der Falkenburg

Aus dieser Perspektive kann man leicht schlussfolgern, was sie so uneinnehmbar oder fast unkaputtbar machte. Wäre da nicht die mangelhafte Umsetzung der „Brandschutzbestimmungen für offenen Feuerstellen“ gewesen (lach).

Vor der Schutzhütte, an deren Seitenwand einige historische Daten zur Historie der Burg verzeichnet sind, führt ein Weg hinauf zu ihr.

Als wir zu ihr hinauf wanderten, überkam uns ein besonderes Gefühl. Wer beschritt oder beritt diesen Weg vor 600 Jahren?
Was hat dieser Mensch dafür getan, dass alles so ist, wie es ist.
Hat er sich gefreut oder litt er.

Nach kurzem Aufstieg auf 369m beschreiten wir die Vorburg. Glücklicherweise hat der Falkenburg e.V. beschlossen, die Ruine ausschließlich zu stabilisieren und den „Zahn der Zeit“ nicht zurückzudrehen. So können wir unsere Phantasie spielen lassen.

Kurz einige Eckdaten zur Falkenburg bei Detmold-Berlebeck:

  • 1194 Bernhard II. zur Lippe und seinem Sohn Hermann II erbauen die Burg

  • bis Mitte des 15. Jahrhunderts Zentrum der lippischen Landesherrschaft

  • uneinnehmbar durch Lage auf dem 369 m hohen Falkenberg

  • erfolglose Belagerung in der Eversteinschen Fehde (1404-1409) und Soester Fehde (1444-1449) 

  • 1453 Bernhard VII und seine Entourage verlassen der Burg nach starker Beschädigung durch unsachgemäßen Umgang mit einer offenen Feuerstelle in der Vorburg bei der Vorbereitung eines Festessens nach einem erfolgreichen Raubzug von Bernhard VII.

  • 1802 Fürstin Pauline nutzt die Burg als Steinbruch für den Straßen- und Häuserbau

  • seit 2004/2005 Fund umfangreiche Mauerreste, facharchäologische Freilegung sowie Stabilisierung der Ruine eines eindrucksvollen Exemplars einer hochmittelalterlichen Adelsburg mit einem, das ganze weitere Mittelalter prägenden Baustil mit Ringmauer, Bergfried, Palas, Vorburg und Zwinger

Nach Durchschreiten der Vorburg und des Zwingers betreten wir die Burg. Im Nordosten sehen wir Teile von Detmold und Berlebeck.

Nach einem Rundgang erschließt sich uns die Burg mit ihren verschiedenen Bereichen. Dank des Einblicks in die Räumlichkeiten können wir das Burgleben leicht imaginieren. Jetzt können wir uns auch gut vorstellen, wie die Burg durch ihre Lage hoch oben auf dem prominenten Bergsporn und mir dem burgeigenen Brunnen perfekten Schutz vor feindlichen Angriffen bot. Wäre da nicht die Verletzung der Brandschutzbestimmungen gewesen …

Nachdem wir uns mit leckeren Bio-Blaubeeren und -Äpfeln von natur pur gestärkt haben, machen wir uns auf den Rückweg.

Bevor wir zurückkehren machen wir noch den kleinen Rundwanderweg durch die Geisterschlucht.

Auf dem Rückweg hat die Frühlingssonne bereits ganze Arbeit geleistet, d.h. die Waldbadewanne hat sich jetzt so aufgewärmt, dass wir die Terpene, dass sind u.a. die sich verflüchtigenden Bestandteile des Baumharzes, schon riechen können. In der Waldbade-Philosophie gelten Terpene als gesundheitsfördernd.

Mit der Gewissheit, unsere Gesundheit durch die Wanderung mehrfach gefördert und gleichzeitig etwas Schönes erlebt zu haben, kehren wir zum Parkplatz zurück und fahren nach Hause.

Wir hatten Spaß!

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