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28.08.2020

Unterwegs auf dem EmsRadweg

Entlang des EmsRadweges von Rheda-Wiedenbrück nach Warendorf

Erlebnisbericht

Nachdem wir vor einigen Wochen bereits die EmsRadweg-Etappe von Hövelhof nach Rheda-Wiedenbrück gefahren sind und diese einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen hat, liegt heute eine weitere Tagesetappe von Rheda-Wiedenbrück nach Warendorf vor uns. Wir sind gespannt auf die gut beschilderte Tour, die uns teilweise durch kleine Waldstücke und Naturschutzgebiete, wie z.B. das NSG Boomberge, und entlang zahlreicher landwirtschaftlich genutzter Ackerflächen führen wird.

Wie wir im Nachgang zu unserer letzten Tour gelernt haben, hat die Ems nur ein geringes Gefälle und schlängelt sich deshalb auf den ersten Etappen als kleine Ems in sehr vielen Schleifen langsam Richtung Nordsee. Der EmsRadweg folgt nicht immer diesen Schlenkern. So verliert man die Ems hin und wieder aus dem Blickfeld, überquert sie stattdessen aber öfter.

Auch heute sind wir mit dem Zug nach Rheda-Wiedenbrück gereist um von hier aus unsere Radtour zu starten. Der EmsRadweg führt uns in östliche Richtung raus aus der Stadt und kurz darauf wieder durch eine landwirtschaftlich geprägte Landschaft und kleinere Siedlungen. Unser erstes Etappenziel für heute heißt Marienfeld und ist ein Ortsteil von Harsewinkel.

Der Ort ist bekannt durch die gleichnamige Klosteranlage Marienfeld, ein beliebter Ort der Ruhe und Einkehr. Das Zisterzienserkloster wurde 1185 gegründet und war bis zu seiner Auflösung 1803 eines der bedeutendsten Klöster in Westfalen. Die über 800 Jahre alte spätromanische Abteikirche des Klosters ist ein herausragendes Baudenkmal und steht heute unter Denkmalschutz. Wir verweilen hier kurz und lassen die imposante Anlage auf uns wirken. In direkter Nachbarschaft des Klosters liegt das Hotel Klosterpforte mit dem wirklich hübschen Klostercafé. Wer, wie wir, am Wochenende hier ist, sollte sich den frisch gebackenen Kuchen nicht entgehen lassen.

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Der EmsRadweg führt uns wieder durch eine weite Landschaft und schon bald durchqueren wir das Naturschutzgebiet Boomberge mit den Dünen am Rande des Emstals. Kurz darauf erreichen wir die Mähdrescherstadt Harsewinkel. Die Stadt ist eng verbunden mit der Firma Claas. Der international bekannte Landmaschinenhersteller und Erfinder des ersten selbstfahrenden Mähdreschers ohne Zugmaschine hat hier sein Stammwerk, in dem seit 1936 über 400.000 Mähdrescher hergestellt wurden. Unübersehbar sind am Wegesrand einige der riesigen Landmaschinen zu bestaunen. Ohne uns zu sehr von dem Anblick der Maschinen ablenken zu lassen, fahren wir weiter. Kurz nach dem wir Harsewinkel verlassen haben, bekommen wir für einen Augenblick wieder die Ems zu sehen, die im Vergleich zur ersten Etappe schon sichtbar gewachsen ist. Der flache Radweg führt uns weiter durch Feld, Wald und Flur zu einem weiteren Ortsteil mit dem Namen Greffen.

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Hier befindet sich, direkt am Emsradweg gelegen, ein ganz besonderes Lebenswerk von Christa und Heiner Beckmann. Mit viel Engagement haben die beiden leidenschaftlichen Sammler über 200 Motorräder zusammengetragen. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Es warten einige Überraschungen in dem privaten Museum auf die Besucher. Als besonders einzigartig bleibt uns aber Christa Beckmann in Erinnerung. Zu jedem Motorrad kann sie eine Geschichte erzählen. Fast fühlt es sich so an, als wäre man selbst Teil der Geschichten.

Von Greffen aus radeln wir schon unserem heutigen Ziel Warendorf entgegen. Nach etwa elf Kilometern kommen wir zur Gaststätte „Alte Herrlichkeit“, eine Gaststätte die nicht nur direkt am Radweg liegt, sondern durch die der Radweg im wahrsten Sinne des Wortes unmittelbar hindurchführt. Im flachen Münsterland lässt es sich gemütlich weiterradeln. Die kleine Ems hat sich inzwischen zu einem ansehnlichen Fluss entwickelt und ist nun sehr oft unser Begleiter. Kurz vor Warendorf fahren wir durch den Emspark und kreuzen den 8. Längengrad der Erdkugel.

Waren es auf der ersten Etappe noch die Naturreservate mit den vielen seltenen Vogelarten, die uns immer wieder begleitet haben, sind es nun die Pferde. Warendorf ist nicht umsonst als Stadt der Pferde bekannt. Fast alle deutschen Hochleistungs-Pferdesportler, die heute im Rampenlicht der Olympischen Spiele, der Welt- oder der Europameisterschaften stehen, haben beim Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei in Warendorf trainiert, so wie der fünffache Oympiasieger Hans Günter Winkler, der 1956 bei den Olympischen Spielen mit seiner Stute „Halla“ zur Legende wurde.

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Auch in anderen Bereichen ist das Thema Pferd allgegenwärtig. So gibt es in Warendorf die originalen Warendorfer „Pferdeäppel“ der Konditorei Hülsmann, die hier in der Region wohl eine ähnliche Bedeutung haben wie die Mozartkugeln in Salzburg. Als Erinnerung an unsere heutige Tour nehmen auch wir uns eine Portion der süßen Leckerei mit nach Hause. Sichtlich zufrieden mit dem heutigen Tag suchen wir uns ein schattiges Plätzchen auf dem historischen Marktplatz und lassen unsere heutige Radtour dort ausklingen. Bevor es mit dem Zug zurück Richtung Heimat geht erfahren wir noch, das Warendorf über Jahrhunderte eine weltbekannte Leineweberstadt war. Das berühmte „Warendorfer-Linnen“ war in ganz Europa begehrt. Wir stellen erneut fest, wie vielseitig die Städte und Regionen um uns herum sind, wir müssen ihnen nur die Chance geben sie zu entdecken.

In den beiden unten verlinkten Videos des Youtube Kanals Radtouren Gehle – zwei auf Tour bekommt ihr einen guten Eindruck der oben beschriebenen Etappe. Schaut gern mal rein!

https://www.youtube.com/watch?v=0GzdE7zLxjk

https://www.youtube.com/watch?v=aTTCO0uOIz0

 

 

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