28.06.2019

Von Wanderschuhen, dem Willem und der Wittekindsburg

Entlang der Weser zum Kaiser

Wegetipp aus Minden

Dieser Wanderweg führt Euch von der Schiffmühle am Weserradweg entlang nach Porta Westfalica. Hier geht es den Wittekindsberg hinauf, um die Aussicht vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal aus zu genießen. Auf dem Kammweg wandert Ihr weiter nach Westen zur Wittekindsburg und zur historischen Kreuzkirche.

Die Schiffmühle

Schiffmühle, Foto: Winfried Hedrich
© Winfried Hedrich

Start der Route ist am Schiffsanleger in Minden. Einige Meter weiter seht Ihr schon die Glacisbrücke sowie die Schiffmühle in Minden. Sie ist ein Nachbau nach Plänen aus dem 19. Jahrhundert und die einzige funktionstüchtige Schiffmühle bundesweit. Von hier könnt Ihr bereits Euer Ziel der heutigen Wanderung sehen: in Richtung Porta Westfalica erhebt sich das Wiehengebirge mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Am anderen Weserufer befindet sich Kanzlers Weide. Hier finden auch regelmäßig Veranstaltungen statt.

Hoch oben thront der Kaiser

Folgt dem Weg etwa 6 Kilometer entlang der Weser. Durch seine erhabene Position auf dem Wittekindsberg über dem Durchbruch der Weser durch das Gebirge, dem "Tor zu Westfalen", ist der Willem bereits von der Autobahn aus zu sehen. Das Denkmal wurde von dem Architekten Bruno Schmitz geplant von der damaligen preußischen Provinz Westfalen Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Von der Aussichtsplattform hat man einen beeindruckenden Ausblick auf die Landschaft. Seit Sommer 2018 gibt es hier auch ein modernes Infozentrum mit Gastronomie.

Der Weg führt Euch Richtung Westen. Nach ca. einem Kilometer erreicht Ihr den Moltketurm, der früher als Signalpunkt für die Landvermessung diente. Hier habt Ihr einen tollen Ausblick auf die umliegenden Gebirge.

Nach einem kurzen Weg erreicht Ihr schließlich die Wittekindsburg sowie die Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Gaststätte. Etwas südlich starten die Drachenflieger ihre Bahnen über das Wiehengebirge.

Kaffee beim Kaiser, Foto: M. Schoberer
© M. Schoberer

Voraussetzung für die Errichtung der Wittekindsburg war vermutlich das Versiegen der Wittekindsquelle. Sie erhielt um 1900 eine tempelartige, halbkreisförmige Steinfassung mit einem Steinrelief, welches die Sage des "Quellwunders" zeigte. Dieses wurde leider später gestohlen. Der Legende nach kämpften im 8. Jahrhundert die heidnischen Sachsen gegen die Eroberung und die Christianisierung des Frankenkönigs Karl des Großen. An dieser Stelle bekannte sich Sachsenherzog Widukind zum Christentum, nachdem sein Pferd durch Hufscharren eine Quelle freigelegt hatte. In seiner Burg kam es dann mit den Worten "Diese Burg soll nun 'min und din' (mein und dein) sein" zum Friedensschluss. Durch die Antwort Karl des Großen "So trage sie auch den Namen Min-din" erhielt die Stadt Minden der Legende nach ihren Namen.

Ein kleines Stück weiter findet Ihr die Kreuzkirche. Der Kirchenbau wurde in den 90er Jahren freigelegt und wird auf das 10. Jahrhundert datiert. Der Name stammt von der Form der Grundmauern, die wie ein griechisches Kreuz aussehen.

Der Weg zurück nach Minden führt nach dieser ausgiebigen Wanderung zum Glück bergab über den Burgweg und den Kapellenweg Richtung Barkhausen. Am Berg entlang wandert Ihr den Philosophenweg hinunter und gelangen in den Ortskern Aulhausen. Über die kleine Straße Weserufer gelangt Ihr wieder auf den Weserradweg, der Euch die letzten Kilometer zurück in die Stadt führt.

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