© Teutoburger Wald Tourismus, C. Imeyer
24.06.2020

Auf in die Senne!

Eine Tour auf dem Eidechsenpfad und dem Neuland-Wanderweg

Erlebnisbericht aus Oerlinghausen

Etwas kühl und bedeckt – so die Wettervorhersage für unsere geplante Wandertour bei Oerlinghausen. Als wir am späten Vormittag am Parkplatz des Freilichtmuseums in Oerlinghausen aufbrechen, werden wir jedoch von einigen schüchternen Sonnenstrahlen begrüßt, die durch die Baumwipfel dringen und einen frühlings- (vielleicht sogar sommerhaften?) Tag versprechen.

 

Die Sandgrube Hassler

© Teutoburger Wald Tourismus, C. Imeyer

Die Sennelandschaft um Oerlinghausen steht schon länger auf unserem Plan. Und so starten wir am Museum gleich auf dem „Lönspfad“ bergauf in den Wald hinein. Mit dem Oerlinghausener Waldfreibad passieren wir erstmal die letzte Station Zivilisation, danach folgt auf kleinen Pfaden: Natur pur. Der Wald schluckt auf einmal alle Geräusche und wir hören nur noch unsere eigenen Schritte, Vogelgezwitscher und den Wind in den Wipfeln. Hin und wieder begegnen wir anderen Wanderern, doch die meiste Zeit haben wir den Wald für uns. Kleine Hinweisschilder am Wegesrand verraten mehr über Flora und Fauna und wir bleiben öfter stehen um sie zu studieren. Am Ende eines kleinen Pfads, den wir fast übersehen hätten, lichtet sich der Hallenbuchenwald und gibt den Blick frei auf die Sandgrube „Hassler“. Die Landschaft, die an einen großen Park erinnert, ist Lebensraum für viele seltene und gefährdete Tiere und Pflanzen und eine bedeutende Fläche für den Naturschutz in der Senne. Von oben hat man einen weiten Ausblick und es wird erstmal eine Fotopause eingelegt.

Lautlose Segler

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Wir umrunden die Sandgrube, wobei wir den Lönspfad verlassen und zunächst grob auf den Segelflugplatz Oerlinghausen zusteuern. Vorher biegen wir jedoch einmal rechts ab und gelangen dann zu einer Weidekoppel, die Waldrinder und Wildpferde beherbergt. Statt der Tiere, die sich leider nicht blicken lassen, sehen wir mehrere Segelflugzeuge im Tiefflug lautlos über das Gelände gleiten. Da es für unsere Mittagspause noch zu früh ist, ignorieren wir die durchaus einladenden Bänke und wandern weiter. Wir erreichen den Rand der Südstadt und es tauchen einige kleine Häuser auf. „So direkt am Wald zu wohnen, das hat auch was…“, denke ich und beobachte ein paar Vögel, die von den Bäumen in den nächstgelegenen Garten hüpfen.

Der Kalksteinbruch Foerth

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Unser Weg führt uns durch die kleine Siedlung und wir biegen dann am Holzheizkraftwerk nach rechts ab und wieder in den Teutoburger Wald hinein. Die Sonne scheint nun kräftig durch das Blätterdach und uns wird warm. An der nächsten Kreuzung geht es nach links und wir halten kurz an, um unsere Jacken zu verstauen und um einen Blick in den Kalksteinbruch Foerth zu werfen, der rechterhand des Weges liegt. Der faszinierende Steinbruch ist Lebensraum für den Uhu und die seltene Kreuzkröte. Das helle Gestein blendet fast ein wenig in der Mittagssonne. Am Ende der Kalksteingrube biegen wir nach links und gleich wieder nach rechts ab und gelangen an das Ende der Siedlung. Wir überqueren die L751 (sehr praktisch: An dieser Stelle steht ein Getränkemarkt, falls man seine Vorräte auffüllen möchte) und laufen direkt hinein in die Senner Heide.

Märchenhafte Senner Heide

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Die Landschaft wirkt hier fast ein wenig märchenhaft: Im dichten Wald stehen in unregelmäßigen Abständen kleine Häuser - eigentlich eher Hütten – mit romantisch-verwilderten kleinen Gärten. „Man würde sich nicht wundern, wenn plötzlich die sieben Zwerge oder Schneewittchen höchstpersönlich aus einer der Türen treten würde“, denke ich. An der nächsten Kreuzung erschrecke ich mich dann tatsächlich ein wenig zu doll, als zwei Wanderer um die Ecke biegen (Fehlalarm: Keine Zwerge).

Wir steuern auf das Menkhauser Bachtal zu. Am Bach angekommen biegen wir nach links ab und folgen dem Bach bis zur Straße. An der nächsten Möglichkeit biegen wir wieder rechts hinein in den Wald Richtung Haus Neuland. Als wir das Seminarhaus Haus Neuland passieren und den Waldweg bergauf wandern, macht sich langsam der Hunger bemerkbar und wir halten Ausschau nach einer Rastmöglichkeit. Da keine Bänke in Sicht sind, laufen wir noch ein Stückchen weiter in den Wald hinein. Einige dicke Baumstämme am Wegesrand werden schließlich zur Sitzecke umfunktioniert und bei Nudelsalat und Wraps fast sogar richtig gemütlich. 

Malerischer Ausblick

© Teutoburger Wald Tourismus, C. Imeyer

Dem Weg weiter folgend erreichen wir den Markengrund. Dort wandern wir ein Stück weiter geradeaus und biegen dann rechts ab. Der Weg den Berg hinauf ist sandig und der Anstieg gestaltet sich etwas anstrengend. Bei kleinen Pausen zwischendurch genießen wir die Sonne und den einen oder anderen Keks aus dem Proviant.

An einer T-Gabelung biegen wir rechts ab. Etwa einen Kilometer weiter öffnen sich die Bäume und es bietet sich eine großartige Aussicht auf Oerlinghausen. Der Ort liegt sehr malerisch vor dem grünen Hintergrund des Teutoburger Walds und wir legen noch einen Fotostopp ein.

Da wir nicht durch den Ort zu unserem Ausgangspunkt zurücklaufen möchten, sondern lieber durch den Wald, ändern wir unsere Route kurzerhand ab und laufen ein wenig parallel des berühmten Hermannswegs durch die Landschaft. Auf kleinen Pfaden – ohne uns zu verlaufen – gelangen wir aus dem Wald heraus. Einige Minuten durchqueren wir eine kleine Siedlung und kommen schließlich wieder am Freilichtmuseum an.

Mit müden Beinen, sandigen Schuhen und aufgeladenen grünen Akkus treten wir die Heimreise an.

Unsere Wanderung war eine Kombination des Eidechsenpfads und des Neuland Wanderwegs. Die einzelnen Wege sind hier zu finden:

- Neuland-Wanderweg

- Eidechsenpfad

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