Stadtkirche Rheda

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Kirche
1326 hatte der lippische Landesherr Simon I. die Erlaubnis von dem in Avignon amtierenden Papst Johann XXII. erhalten, ...
1326 hatte der lippische Landesherr Simon I. die Erlaubnis von dem in Avignon amtierenden Papst Johann XXII. erhalten, in der Stadt Rheda eine Kapelle zu bauen. Hiermit ersparte er den Gläubigen vor allem im Winter den langen Fußweg zur Pfarrkirche St. Johannes, die vor der Stadt auf dem heutigen evangelischen Friedhof stand.

Mit dem Wechsel der Standesherrschaft im Jahre 1365 wurde die städtische Kapelle Grablege des Grafenhauses zu Tecklenburg. Die Einführung der Reformation in Rheda (1527) wirkte sich auch auf die Bedeutung der Kapelle aus. Unter der Tochter des Grafen Conrad zu Tecklenburg, Anna zu Bentheim, erhielt die Kapelle schließlich einen Turmanbau (1559) und einen Taufstein (1567). Damit war sie nun lutherische Stadtkirche.

1588 wurde die calvinistische Lehre durch Graf Arnold zu Bentheim-Tecklenburg in der Herrschaft Rheda eingeführt. Aus diesem Grund erfolgte ab 1618 unter Graf Adolf zu Bentheim-Tecklenburg ein Umbau der Stadtkirche. Die ursprünglichen Ausmaße der Kapelle aus katholischer Zeit sowie der Turmanbau aus lutherischer Zeit blieben unangetastet. Das Innere der Kirche wurde entkernt, das quadratische Kirchenschiff mit vier achteckigen Säulen versehen und im Stil der Renaissance eingwölbt. Es hatte vorher vermutlich nur eine Bohlendecke. Um die Höhe der Wölbungen auszugleichen, wurden die Seitenwände des Gebäudes oberhalb der Gesimse durch einen 1 m hohen Drempel aufgemauert und mit äußeren Stützmauern versehen, die das Gewicht der Gewölbe zu tragen hatten. Das Kirchendach, das ursprünglich giebelständig zur Straße stand, wurde traufständig um 90 Grad gedreht. Der Turm erhielt zwei zusätzliche Stockwerke mit einer geschieferten Nadelspitze (1656).

Innerhalb des Kirchenraumes wurde an der Stirnseite, links neben dem Chor, eine Kanzel errichtet, ein Tisch ersetzte den Altar und an der Süd- und Westseite bot eine über Eck gebaute Empore zusätzlichen Raum. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts kam schließlich eine „Prieche“ (Fürstenempore) für die gräfliche Familie hinzu, deren Zugang 1852 mit dem Bau der Sakristei unter ein Dach verlegt wurde.

Bei der Renovierung 1970/71 wurden die alten Bänke ersetzt. Die Kirche erhielt eine Fußbodenheizung und einen neuen steinernen Fußbodenbelag. Die Grabplatten und die Emporen bis auf die „Prieche“ entfernte man. Im Jahre 1972 wurde die heutige Orgel der Firma Werner Bosch, Sandershausen, mit 16 Registern, zwei Manualen und einem Pedalwerk eingebaut. Aus der jüngeren Zeit steht hinten in der Kirche ein lebensgroßes Holzkreuz der Bildhauerin Edelgarde vom Berge (1904-1982).

Öffnungszeiten:
Die Stadtkirche Rheda ist zu folgenden Zeiten für Besucher geöffnet (offene Kirche):
ganzjährig zu den Marktterminen: Mittwoch und Samstag von 10.00 bis 12.00 Uhr und zusätzlich von April bis Oktober Dienstag und Donnerstag von 15.00 bis 17.00 Uhr.

Die Gottesdienste finden sonntags ab 11.00 Uhr statt, am 1. Sonntag des Monats jeweils mit Abendmahl. An jedem 2. Wochenende im Monat finden zu wechselnden Zeiten (also eventuell auch am Freitag oder Samstag) und an wechselnden Orten zentrale Gottesdienste statt. Der normale Sonntagsgottesdienst entfällt deshalb.


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Andreas Heimann

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