Führung - Das älteste bekannte Fresko mit Franz von Assisi

Sonstiges
Öffentliche Führung - Das älteste bekannte Fresco mit Franz von Assisi nördlich der Alpen.

Architekturdetails wie Baldachine und Zwickeltürmchen stehen in enger Beziehung zur Architektur des Langhauses des Mindener Domes. Die Malerei dürfte in die Zeit zwischen etwa 1290 und 1300 zu datieren sein, wobei einzelne Forscher auch eine leicht frühere Einordnung diskutieren. Vergleichbare Wandmalereien fehlen in Westfalen nahezu vollständig. Das Fresko gilt damit nicht nur als ein lokales, sondern ein überregionales Zeugnis hochqualifizierter Malerei.

Bemerkenswert sind regelmäßige Vertiefungen an Baldachin, Krone und Gewand der Madonna, die auf die ursprüngliche Befestigung von Emails oder Halbedelsteinen hinweisen. Reste von Stuckornamenten am Sockel belegen die einstige reiche Ausstattung.
Die Geschichte der Wiederentdeckung dieses Freskos ist ebenso bewegend wie die Geschichte des Bildes selbst, betont Hans-Jürgen Amtage.
1939 wurde während einer Domrenovierung zunächst der obere Teil der Madonna freigelegt, nachdem die bekrönende Christusfigur des Altares entfernt worden war. Nach den Zerstörungen im gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im März 1945 durch alliierte Bomben wurde vor 80 Jahren 1946 bei Sicherungsarbeiten an der Domruine der übrige Teil der Malerei entdeckt.
1957 begannen nach dem Wiederaufbau des Langhauses umfassende Restaurierungsarbeiten. Während dieser Maßnahmen stürzte ein Teil der Verschalung herab und zerstörte weitere Partien. Gesicherte Fragmente gingen später durch unsachgemäße Lagerung verloren. Die Fehlstellen wurden schließlich nach historischen Fotos ergänzt.
1979 erfolgten weitere Sicherungen, 1987 umfassende Untersuchungen. 1994 erhielt das Fresko eine Schutzverglasung. Heute präsentiert sich das Werk stabilisiert, jedoch mit sichtbaren Spuren seiner bewegten Geschichte.
Für den Vorsitzenden des Dombau-Vereins Minden ist das Jubiläum 2026 daher weit mehr als ein historisches Datum: „Das Franziskusfresko im Mindener Dom ist ein Schatz von europäischem Rang. Es zeigt, wie früh die Ideen des heiligen Franziskus auch in Norddeutschland aufgenommen wurden. Dieses Werk steht für geistlichen Aufbruch und für eine erstaunliche Offenheit der Kirche im 13. Jahrhundert. Es ist unsere Aufgabe, diesen Schatz zu bewahren und seine Botschaft neu zu erschließen.“

Das Fresko mit dem heiligen Franz von Assisi steht auch bei der Öffentlichen Führung mit Domführerin Betina Hofmann am Samstag, 14. März, 11 Uhr, im Mindener Dom im Fokus, zu der der Dombau-Verein Minden einlädt. Eintrittskarten für die Führung sind online auf www.dvm-event.de und beim Besucherservice im Domschatz Minden, Kleiner Domhof 24, erhältlich.

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Preis Erwachsener: 6,00 €

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