Beschwerliche Schulwege

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Historische Stätte
Der Turm der ehemaligen evangelischen Schule erinnert an die an dieses historische Gebäude und an die damaligen Schulverhaältnisse.

Erlebnispunkt des GPS-Erlebnispfades "Sagenhaftes Lügde"

An dieser Stelle stand bis Juli 2013 die alte evangelische Schule von Sabbenhausen. Nach einem Brand 2011 wurde beschlossen das Gebäude nicht zu sanieren, sondern abzureißen und an gleicher Stelle einen neuen Dorfplatz zu errichten. Das Türmchen der alten Schule wurde beim Abriss verschont und erinnert so an dieses historische Gebäude und die damaligen Schulverhältnisse.

Die Geschichte von Sabbenhausen ist eng verbunden mit dem Kloster Falkenhagen. Hier gaben die Jesuiten ab 1604 den ersten Schulunterricht für die Kinder ihres Pfarrbezirkes. Für die Kinder aus den umliegenden Dörfern bedeutete dies  täglich lange Fußwege nach Falkenhagen.

Um Strafe zu vermeiden, hatten sie pünktlich um 7 Uhr zum Unterricht zu erscheinen. Die Sabbenhausener Kinder machten sich im Sommer bereits um 5 Uhr auf den Weg, denn vor dem Unterricht musste um 6:15 Uhr noch die Heilige Messe besucht werden. Besonders mühsam war der Schulweg im Winter, wenn der 3 km lange Weg über den Klosterberg in völliger Dunkelheit und bei oftmals hohem Schnee zurückgelegt werden musste.

Wenn die Kinder am frühen Nachmittag von der Schule zurückkehrten, mussten viele von ihnen im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern mithelfen und somit blieb nur der späte Abend für die Schularbeiten.

Um diesen Zustand zu mildern, setzten sich die Eltern dafür ein, eigene Dorfschulen zu errichten. Ab 1800 wurden die evangelischen Kinder bereits in einem kleinen Wohnhaus unterrichtet und 1884 erhielt Sabbenhausen die evangelische Schule. Auch die Eltern der katholischen Kinder drängten auf eine eigene Schule im Ort, um den Kindern den Weg nach Falkenhagen zu ersparen. Der Bischof stimmte diesem Antrag zu und 1887 wurde die erste katholische Schule in Sabbenhausen eingeweiht.

1937 wurden alle Bekenntnisschulen aufgelöst und zu Gemeinschaftsschulen erklärt. Man legte beide Schulen zusammen und unterrichtete die Kinder gemeinsam im ehemals evangelischen Schulgebäude. Im „Schulgesetz vom 8. April 1952“ wurde die konfessionelle Trennung der Schulen wieder zugelassen. 1955 wurde die katholische Schule wieder eingerichtet. 1959 wurde eine neue evangelische Schule gebaut, die heute als Kindergarten dient.

In den 60er Jahren wurde das Schulwesen umstrukturiert und der Schulunterricht in Sabbenhausen eingestellt. Die Kinder fahren heute in die Grundschulen nach Rischenau oder Lügde. Das ehemalige katholische Schulgebäude musste für den Straßenausbau weichen.

Quellen: Willy Gerking: Mühsame Schulwege, in: Heimatland Lippe (9:10/2007), S. 264; Heinrich Festing: Festschrift 750 Jahre Sabbenhausen, 2008

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