Von „Eitelkeitsverlierern“ und Tieren /Vier Lippische KünstlerInnen zeigen ihre Werke im Kunstpunkt
In Karin Oestreichs Mixed-Media-Collagen spielt das Material die Hauptrolle. Auf handgeschöpften Papieren und altem Bauernleinen komponiert sie das Ordnungsgefüge ihrer Collagen. Es ist ein Wechselspiel von schwarz-weißen und farbigen Flächen und Linien, die in extremer Dichte und meditativer Leere die Bildfläche beleben. Sie lässt sich von den Eigenarten der Werkstoffe führen, die vornehmlich aus Latex, Garnen, Stoffen, Stahldrähten, Tusche und Papieren bestehen. Die Liebe zum Spiel mit geometrischen Formen lässt faszinierende Flachreliefs entstehen.
In der Serie „Eitelkeitsverlierer“ beschäftigt sich Ben Hermanni mit Ultra-Weitwinkel-Porträts in Schwarz-Weiß. Die Gesichter wirken verzerrt und komisch. Die fotografierten Personen müssen ihre Komfortzone verlassen und Eitelkeiten hinter sich lassen. Die Videoinstallation zeigt den Großteil der Portraits in chronologischer Reihenfolge. Unterlegt ist das Video mit der Eigenkomposition „Nicht die Eins“, eine freie Improvisation zwischen Ben Hermanni (E-Bass) und Jürgen Dahmen (Drums).
Günter Schulz zeigt neo-surrealistische Grafik. Unter dem Titel: „Tiere sind auch Menschen“ geben die zumeist kleinformatigen Bilder Problemsituationen des Alltags wieder, die beim Betrachter zunächst ein entrüstetes „Das gibt’s doch nicht!“ hervorrufen. Ganz zurecht, denn das, was man da zu sehen bekommt, ist tatsächlich befremdlich, ungewöhnlich, aber nicht unmöglich. Lachen ist erlaubt!
Silke Hermanni lebt und arbeitet heute, nach ihrem Studium Freie Kunst/Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf, in Lemgo. In ihren Arbeiten nutzt sie eine breite Palette an Medien wie Öl- und Acrylfarbe, aber auch Pastellkreide, Acryltinte und Farbspray. Zarte Lasuren und Farbverläufe stehen im Kontrast zu pastosem Farbauftrag, gezeichneten Linien sowie impulsiv gesprühten Linien. Es wird zerstört und neu gesetzt, ungeplant, spontan. Manchmal an den Grenzen zum Kitsch, mit einem Augenzwinkern.
Die Ausstellung läuft bis zum 9. August 26 und ist kostenfrei Sa/So in der Zeit von 11.00 – 17.00 Uhr zu besichtigen. Ein Künstler/Künstlerin ist in dieser Zeit anwesend und freut sich, mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen.
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