Ausstellung: Kristin Deters, "auflesen - nachspuren"

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Ausstellung

Unter dem Titel „auflesen – nachspuren“ eröffnet am 9. Mai die Ausstellung von Kristin Deters in der Städtischen Galerie in der Alten Lederfabrik. Dort zeigt die Künstlerin Auszüge aus zwei Werkreihen, zu denen sie Inspiration im Teutoburger Wald und in Island gefunden hat.

Seit zwei Jahren beschäftigt sie sich mit getrockneten Zweigen als Sujet. Dabei geht es ihr nicht darum, diese erkennbar abzubilden, sondern sie lässt sich von den in der Natur gefundenen Formen inspirieren, es geht darum, einen Anlass für freie, bewegte Linien zu finden. In ihrem Vergehen bildet die Natur für sie eine ganz eigene Ästhetik aus. Ihr Ziel ist es, diese Ästhetik zu würdigen und gleichzeitig die Vergänglichkeit abzubilden durch auflösen, vernebeln, andeuten, fließen lassen. 

Ihre abstrakte Malerei aus groben Pinselstrichen liegt entweder unter den Zeichnungen und ist somit wie eine Bühne für die Linie, oder Deters verzichtet ganz auf Untermalungen und lässt die Formen für sich wirken. Um das Zeichnerische noch stärker in den Fokus zu stellen, hat sie eine Methode gefunden, sehr flüssige Farbe mit dem Bleistift statt mit dem Pinsel auf Leinwand oder auf Papier zu verteilen, es entstehen so eigentümliche, filigrane und anscheinend fragile Gebilde. Die Farben sind meist getrübt, kühl, eher zart, manchmal aber treten Details auch kräftig und leuchtend hervor.

Auch plastisch hat sie sich mit den Formen der Natur auseinandergesetzt. Sie ummantelt Zweige und Blätter mit Gips und bewahrt und zerstört so zugleich naturgewachsene Strukturen, sie gibt wieder und verfremdet, hebt vor und verbirgt. 

In der zweiten Werkreihe verarbeitet Kristin Deters Eindrücke einer Island-Reise von 2025. Wieder beschäftigt sie das Auflösen, das Vernebeln, das Andeuten. Diesmal nutzt sie unter anderem zuvor bemalte Klebestreifen, um aus ihnen Andeutungen von Landschaft zu formen oder Strukturen aus der Natur aufzugreifen. Hierzu erschafft sie abstrakte Collagen, die aus eben diesen gerissenen Klebestreifen, Transparentpapier und Bleistiftzeichnungen bestehen. Auch hier sind die Farben meist getrübt, auch hier treten Details mitunter kräftig hervor.

Kristin Deters (*1980 in Wilhelmshaven) ist als freie Künstlerin in Bielefeld und als Kunstlehrerin tätig.

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Eintritt frei

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