#StolenMemory
Was passiert mit einem Ehering, einer Taschenuhr oder einem Füller, wenn ein Mensch ins Konzentrationslager verschleppt wird? Die Nationalsozialisten nahmen den Häftlingen bei ihrer Ankunft alles ab – diese persönlichen Gegenstände werden als „Effekten“ bezeichnet. Die Arolsen Archives, das weltweit umfassendste Archiv über die Opfer und Überlebenden des NS-Regimes, bewahren noch heute rund 2.000 solcher Gegenstände auf.
Unter dem Titel #StolenMemory hat das Archiv eine Kampagne gestartet, um diese gestohlenen Erinnerungsstücke an die Familien der Opfer zurückzugeben. Seit dem Start im Jahr 2016 konnten bereits über 1.000 Familien gefunden werden.
„Viele NS-Opfer hinterließen ihren Familien keine persönlichen Gegenstände, weil die Nazis ihnen alles nahmen“, erklärt Charlotte Meiwes, Projektleiterin bei den Arolsen Archives. Für die Angehörigen sei die Rückgabe oft eine hochemotionale Überraschung und schließe Wissenslücken in der eigenen Familiengeschichte.
Die Container-Ausstellung gliedert sich in zwei Bereiche:
Gefunden: Hier werden die Geschichten von zehn Personen erzählt, deren Effekten bereits erfolgreich an ihre Nachfahren übergeben werden konnten. Über QR-Codes lassen sich mit dem Smartphone Videoportraits abrufen, in denen die Angehörigen selbst zu Wort kommen.
Gesucht: Dieser Teil zeigt Fotos von Gegenständen, die noch immer auf ihre Besitzer warten. Hier ist auch die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger gefragt: Jede und jeder kann die Arolsen Archives bei der Spurensuche unterstützen.
- Öffnungszeiten: tägl. von 10 bis 19 Uhr, Donnerstags bis 20 Uhr
- Eintritt: Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei.
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